„Warme Politik des Bewahrens“

Josef Gottschlich vom Institut für Religionspädagogik kommt in seiner Besprechung des „Sündenregisters“ zu einer durchaus differenzierten Einschätzung:

„Obwohl Bordat theologisch gebildeten Leserinnen und Lesern durchaus manch Neues und Überraschendes mitzuteilen weiß, können auch diejenigen sein Buch mit Gewinn lesen, welche sich erst seit Kurzem mit dem christlich-katholischen Glauben befassen und in dessen Themenfelder einarbeiten. Dem Anliegen der Publikation sehr zugute kommt ihr sachlich-unaufgeregter Sprachstil, der fast vollständig ohne Polemik und ironische Zuspitzungen auskommt. Auch versucht der Autor immer wieder Brücken zwischen Befürwortern und Gegnern der Katholischen Kirche zu bauen, indem er aufzeigt, dass deren Positionen häufig nicht so unvereinbar sind, wie zunächst vermutet.

Zudem ist bemerkenswert, dass einige der Essays trotz ihrer Knappheit eine erstaunliche Komplexität aufweisen.

Erhellend sind Bordats Erläuterungen insbesondere dann, wenn sie Zusammenhänge zwischen dem christlichen Menschenbild und umstrittenen kirchlichen Verlautbarungen deutlich machen.

Auch wenn der Autor kritische Stimmen wie Hans Küng oder Karlheinz Deschner keinesfalls unterschlägt, überzeugen nicht alle seine Argumente. So ließen sich z.B. etliche gute Gründe benennen, um die eine oder andere Strukturreform der Katholischen Kirche ernsthaft zu bedenken, etwa in Bezug auf die Zulassung von Frauen zumindest zum geistlichen Amt des Diakonats.

Dennoch ist Josef Bordats Apologie im Sinne einer ‚warmen Politik des Bewahrens‘ (Thomas Schmid) geschrieben und allen an lebhaften und fundierten Diskussionen zu theologischen Streitfragen Interessierten sehr zu empfehlen.“

Die ganze Rezension lesen Sie auf der Seite des Instituts für Religionspädagogik.

(Josef Bordat)