Ein Montagsspiel

Ein Grund für den Erfolg des Fußballsports wird oft darin gesehen, dass dessen Regelwerk so einfach sei: Elf gegen elf, ein Ball, zwei Tore, ein Tor zählt einen Punkt, wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Das kann man sich merken.

Vernachlässigt man einmal die Abseitsregel, dann sind auch die Spielunterbrechungen nachvollziehbar: Ball im Tor, Ball im Aus, Foul. Und was ein Foul ist oder nicht, darüber kann man dann ja noch trefflich streiten.

Jetzt aber gibt es (nicht immer, aber immer öfter) den Videobeweis. Der soll die Mannschaften vor Ungerechtigkeit bewahren. Das ist in Zeiten, in denen de facto Investmentgesellschaften gegeneinander antreten, eine Frage der business compliance.

Regelgerecht ging es auch gestern Abend bei Mainz gegen Freiburg zu, als mitten in der Halbzeitpause ein Elfmeter geschossen werden musste, nachdem die Videoanalyse zwischenzeitlich gezeigt hatte, dass ein Handspiel im Strafraum vorlag.

Die spielentscheidende Szene findet statt, wenn man gerade mal für kleine Jungs Bier holen ist? Werden wir uns vielleicht dran gewöhnen müssen. Denn dass Fußball einfach bleibt, steht nirgendwo geschrieben. Wat zählt, is auf ‘m Bildschirm.

(Josef Bordat)

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