Nguyen Van Dai erhält Menschenrechtspreis

Der vor wenigen Tagen nach Deutschland abgeschobene vietnamesische Rechtsanwalt Nguyen Van Dai bekommt heute um 10:30 Uhr den Menschenrechtspreis des Deutschen Richterbundes überreicht.

Van Dai ist seit mehr als einem Jahrzehnt einer der bekanntesten Bürgerrechtler Vietnams. Als Zwanzigjähriger ging der damalige Elektrotechniker 1989 in die DDR und erlebte dort den Mauerfall und die friedliche Wiedervereinigung Deutschlands. Diese Ereignisse haben ihn entscheidend geprägt. 1990 kehrte er nach Vietnam zurück, studierte Jura und arbeitete anschließend als Rechtsanwalt in Hanoi. Er setzt sich für die Einhaltung von Menschenrechten ein und unterstützt religiöse Minderheiten und Dissidenten.

Das ist in Vietnam leider bitter nötig. Human Rights Watch spricht von derzeit 129 politischen Häftlingen in Vietnam, die wegen Kritik am kommunistischen Regime eingesperrt sind, darunter zahlreiche katholische Blogger und Aktivisten. Das Land liegt auf Rang 18 des aktuellen „Open Doors-Weltverfolgungsindex 2018“.

(Josef Bordat)

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