Kamerun und Süd-Sudan

Zwei Ordensmänner haben mir gestern auf unterschiedlichen Wegen sehr nachdenklich stimmende Informationen zukommen lassen, die ich hier teilen möchte.

Zum einen hatte ich die Gelegenheit, den Erfahrungsbericht eines Fokolars aus Deutschland zu hören, der einige Jahre in einem Krankenhaus in Kamerun gearbeitet hat. Dieses Krankenhaus sowie andere soziale Einrichtungen (u.a. auch die einzige Schule in der Region) mussten die Missionare im Herbst 2018 aufgrund der zunehmenden Spannungen zwischen Rebellen und Regierungstruppen aufgeben. Die Rebellen streben die Unabhängigkeit des englischsprachigen Teils Kameruns von der französischsprachigen Mehrheit an. Der Kampf ist aussichtslos, der Preis ist hoch. Wie immer leiden besonders die Alten, die Kranken und die Kinder.

Gewalt von oben prägt das Leben der Menschen im Süd-Sudan, wo ein befreundeter Comboni-Missionar aus Berlin tätig ist. Dieser hat mir einen interessanten Artikel geschickt, der aufzeigt, wie die südsudanesische Regierung ethnische Säuberungen gegen viele einheimische Völker gezielt durchführt und einen tragfähigen Frieden unmöglich macht. Der englischsprachige Text der Anthropologin Carol Berger kann hier abgerufen werden.

Kamerun und Süd-Sudan – zwei Länder, an die ich in der Karwoche besonders denken werde. Dass dem Leiden und Sterben bald ein Ende gesetzt werden möge, damit neue Hoffnung auf Frieden wachsen kann, was die Voraussetzung dafür ist, um helfen, heilen, pflegen und bilden zu können. Mehr wollen die Missionare nicht.

(Josef Bordat)