Chemnitz – ein Jahr danach

Vor einem Jahr diskutierte Deutschland, was bei den Demonstrationen in Chemnitz passiert war. Haben Rechtsextreme „Jagd“ auf Migranten gemacht bzw. auf Menschen, die sie dafür hielten? Die Auswertung von Chats und anderer Quellen erhärtet diese Deutung der Ereignisse, wie etwa die Tagesschau und der Focus berichten.

Die Behörden kämen ein Jahr danach zu der Einschätzung, die Demonstrationen seien durch „eine hohe Gewaltbereitschaft gegenüber den eingesetzten Polizeibeamten, Personen mit tatsächlichem oder scheinbarem Migrationshintergrund, politischen Gegnern sowie Journalisten“ geprägt gewesen, so die Süddeutsche Zeitung.

Hans-Georg Maaßen, der damalige Chef des Verfassungsschutzes, hatte vor Jahresfrist der Bezeichnung „Hetzjagden“ für die Vorgänge in Chemnitz widersprochen. Nun räumte er ein, dass er vor einer Einschätzung seine Fachabteilung und Polizeibehörden konsultiert hätte, wären ihm die Chats bekannt gewesen: „Das wäre natürlich in die Bewertung eingeflossen, und ich hätte so etwas nicht ohne eine Bewertung der zuständigen Kollegen abgegeben“, so Maaßen.

(Josef Bordat)