Kants Mahnung

Am 29. August 1756 begann der Siebenjährige Krieg.

Mit dem Einmarsch preußischer Truppen in Sachsen begann der Siebenjährige Krieg. Am 1. Oktober 1756 zwang Friedrich der Große die Sachsen zur Kapitulation, am 6. Mai 1757 siegte er bei Prag gegen die Österreicher. Die Russen fielen in Ostpreußen, die Schweden in Pommern ein, ein österreichisches Korps stand vor Berlin. Durch Siege bei Roßbach und bei Leuthen konnte Friedrich der Große die drohende militärische Niederlage abwehren. Doch der Krieg ging weiter – und weit über die Grenzen Europas hinaus. Die Kriegsschauplätze Nordamerika und Indien machen ihn zum ersten Weltkrieg.

Kein geringerer als der Philosoph Immanuel Kant hatte seinen preußischen König Friedrich den Großen gemahnt, gerade jetzt (so kurz nach dem verheerenden Erdbeben von Lissabon am 1. November 1755) Frieden zu halten: „Ein Fürst, der, durch sein edles Herz getrieben, sich diese Drangsale des menschlichen Geschlechts bewegen läßt, das Elend des Krieges von denen abzuwenden, welchen von allen Seiten überdem schwere Unglücksfälle drohen, ist wohl ein wohltätiges Werkzeug in der gütigen Hand Gottes und ein Geschenk, das er den Völkern der Erde macht, dessen Wert sie niemals nach seiner Größe schätzen können.“

Den sich schon abzeichnenden Krieg konnte er damit nicht verhindern (so aufgeklärt war der Monarch dann doch nicht), aber Kant erinnert an die Verantwortung des Menschen: Wenn das, was nicht in unserer Macht steht, schief läuft, dann muss uns das, was in unserer Macht steht, besonders am Herzen liegen und wir müssen dann unseren Einfluss zum Guten in besonderer Weise geltend machen. Je mehr wir von Naturkatastrophen aufgrund der Umweltzerstörung und des Klimawandels betroffen sind, desto größer sollte unsere Bereitschaft sein, zumindest unter uns Menschen Frieden zu halten und Solidarität zu üben.

(Josef Bordat)