Lebensschutz, vollumfänglicher

Ich habe ja noch nie verstanden, wie man den Einsatz für den Menschen am Beginn und am Ende seiner Existenz gegen den Einsatz für Migranten oder den Einsatz für Umwelt- und Klimaschutz ausspielen kann. Im Kern geht es doch immer um eins: die Menschenwürde. Sehr deutlich hat dies nun auch der Passauer Bischof Stefan Oster herausgestellt, indem er die Anliegen der Lebensschutzbewegung beim „Marsch für das Leben“ in Berlin gegen eine Instrumentalisierung von „links“ und „rechts“ in Schutz nahm.

Wenn von „links“ eine „gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“ thematisiert werde, dann, so Oster, „möchte ich in Richtung der politischen Linken sagen: Die am tödlichsten bedrohte Gruppe von Menschen in unserer Gesellschaft ist heute das ungeborene Kind mit Behinderung“. Rund 90 Prozent der ungeborenen Kinder, bei denen das Down-Syndrom diagnostiziert werde, werden abgetrieben.

Wenn von „rechts“ Unterschiede im Umgang mit Menschen gemacht werden, je nach deren nach Herkunft, Religion oder Status, dann, so Oster, müsse man betonen: „Wer für den Schutz des Lebens von Anfang bis zum Ende ist, der muss konsequent auch für den Schutz der anderen Marginalisierten sein, zum Beispiel der Armen, der Menschen auf der Flucht, der Menschen, die im Mittelmeer zu ertrinken drohen. Es gibt keine konsequente Einstellung zur Menschenwürde, die die einen Schwachen schützen und die anderen Schwachen weghaben will.“

(Josef Bordat)