Bernhard Lichtenberg

Heute vor 76 Jahren starb Bernhard Lichtenberg. Er war einer der wenigen Menschen, die offen gegen die Pogrome vom November 1938 protestierten – durch das öffentliche Gebet für die Juden. Bernhard Lichtenberg, damals Dompropst an Sankt Hedwig in Berlin, protestierte zudem gegen die „Euthanasie“-Morde im Zuge der „Aktion T4“.

Bis zu seiner Verhaftung im Oktober 1941 wirkte er als Leiter des Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin, mit dem die Katholische Kirche Verfolgten des Naziregimes die Flucht aus Deutschland ermöglichte und Berliner Juden, die sich im Untergrund versteckten, mit Wohnraum und Lebensmitteln versorgte. Im Mai 1942 wurde Bernhard Lichtenberg von einem Sondergericht verurteilt. Er starb am 5. November 1943 in Hof, auf dem Transport ins KZ Dachau.

Informationstafel zum Tod Bernhard Lichtenbergs in der Ausstellung „Licht. Erinnerung 2018“. Foto: JoBo, 9-2018.

Papst Johannes Paul II. hat Bernhard Lichtenberg bei seinem Berlin-Besuch im Jahr 1996 selig gesprochen; ein Heiligsprechungsverfahren wird angestrebt. Die Gedenkstätte Yad Vashem verlieh ihm 2004 die Auszeichnung „Righteous among the Nations“ („Gerechter unter den Völkern“); er ist einer der wenigen Katholiken, die diesen Titel verliehen bekamen.

(Josef Bordat)