ARD-Deutschlandtrend zum Stand der Einheit

Morgen jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 30. Mal. Überall sieht man in diesen Tagen noch einmal die Bilder vom 9. November 1989. Menschen, die außer sich vor Freude die Sektorengrenze in Berlin passieren. Taumelnde Massen strömen mit schier endlosem Jubel in die ersehnte Freiheit. Endlich.

Ist danach zusammengewachsen, was zusammengehört? Der ARD-Deutschlandtrend liefert dazu interessante Zahlen, etwa die, dass jeder sechste Westdeutsche noch nie in Ostdeutschland war und sich jeder dritte Ostdeutsche als „ostdeutsch“ definiert, nicht als „deutsch“.

Auch zu historischen Sachverhalten gibt es erstaunliche Einschätzungen. So sind 12 Prozent der Westdeutschen und immerhin 8 Prozent der Ostdeutschen der Meinung, in der DDR sei es um die Meinungsfreiheit besser bestellt gewesen als in der Bundesrepublik. Auch die BRD-Wirtschaft schätzen 11 Prozent (West) bzw. 17 Prozent (Ost) schlechter ein als die DDR-Wirtschaft.

Unterm Strich ist nur etwas mehr als die Hälfte der Bevölkerung (57 Prozent) der Ansicht, durch die Einheit habe man persönliche Vorteile – im Osten (60 Prozent) nur etwas mehr als im Westen (56 Prozent). Gefeiert wird – nach meiner Information – morgen trotzdem.

(Josef Bordat)