Papst bleibt katholisch

Papst Franziskus hat Ausnahmen beim Zölibat und dem Frauendiakonat eine Absage erteilt.

In dem mit Spannung erwarteten nachsynodalen Schreiben zur Amazonassynode vom 6. bis 27. Oktober 2019 geht es hauptsächlich um die soziale, kulturelle und ökologische Situation der Amazonasregion, was hierzulande allerdings von zwei Randthemen völlig überlagert wird: der Frage, ob es verheirateten männlichen Diakonen erlaubt sein soll, die Priesterweihe zu empfangen, um den Gläubigen in dem riesigen Gebiet Südamerikas eine regelmäßigere Teilnahme an der Eucharistiefeier zu ermöglichen, und der Frage, ob es Frauen erlaubt sein soll, die „Diakoninnenweihe“ zu empfangen. Beide Fragen beantwortet Franziskus mit „Nein“.

Papst Franziskus sieht das pastorale Probleme in der Region sehr wohl, will es aber eher mit einer Aufwertung der Laien lösen als den Zölibat aufzuweichen und künftig auch verheiratete Männer zum Priesteramt zuzulassen. Laien sollen im tropischen Regenwald und in abgelegeneren Gebieten mehr Aufgaben übernehmen als bisher, auch solche, die eigentlich dem Priester obliegen, etwa die Predigt und die Spendung der Sakramente im Gemeindealltag – abgesehen von der Eucharistie und der Beichte.

Ähnliches gilt für die Frauen: Auch ihnen soll eine bedeutendere Rolle in den Gemeinden zukommen, mit echtem und effektiven Einfluss auf die Organisation und die Leitung, jedoch ohne sie zu weihen. Der Papst warnt in diesem Zusammenhang vor einem „Reduktionismus“ in der Debatte, wonach Frauen nur dann eine größere Bedeutung in der Katholischen Kirche zukäme, wenn sie zu den Weiheämtern zugelassen würden. Dem sei nicht so, meint Papst Franziskus.

Das nachsynodale Schreiben hat den Status eines lehramtlichen Dokuments des Papstes – seine Inhalte sind für die katholische Kirche verbindlich.

(Josef Bordat)