Berlin in der Bibel

Wenn es eine Stadt gibt, die ständig in der Bibel erwähnt wird, dann Berlin. Das geht schon los im Alten Testament. Nein, ich mein jetzt nicht die Sache mit „wüst und leer“ (Gen 1, 2), auch nicht den Ruf an die Württemberger: „Mache dich auf und geh in die große Stadt“ (Jona 1, 2).

Ich meine zum Beispiel Zefanja 3, 1-2: „Weh der trotzigen, der schmutzigen, der gewalttätigen Stadt. Sie will nicht hören und nimmt sich keine Warnung zu Herzen. Sie verlässt sich nicht auf den Herrn und sucht nicht die Nähe ihres Gottes.“ Wie wahr. Und über Weihnachten gilt für den Prenzlauer Berg: „Ach, wie liegt die Stadt so verlassen, die voll Volks war!“ Klagelieder 1, 1. Noch Fragen?

Auch einzelne Berliner, mancher mit „Nebenfrau“ (Ri 19, 10), bekommen ihr Fett weg. Das Evangelium spricht vom ehemaligen Regierenden Bürgermeister Wowereit („Dieser Mensch hat angefangen zu bauen und vermochte nicht zu vollenden“, Lk 14, 30), und über Jürgen Klinsmanns Zeit bei der Hertha heißt es, er habe „verlassen die Jungen, weil kein Gras wächst“ (Jer 14, 5). Der Remmo-Clan darf da nicht fehlen: „Du bist der Vornehmste und Angesehenste in dieser Stadt und hast viele Söhne und eine große Verwandtschaft“ (1 Mak 2, 17).

Natürlich kommt auch die Friedrichshainer Szene vor („Totenbeschwörer, Zeichendeuter, Hausgötter“, 2 Kön 23, 24), welcher Gott persönlich „alles grüne Kraut zur Nahrung“ gab (Gen 1, 30) und die unter „dem Poltern ihrer Räder“ (Jer 47, 3) „von Osten aufbrachen“ (Gen 11, 2), hinein „in das Paradies“ (2 Kor 12, 4). In Kreuzberg gelandet, fanden sie „alles so, wie er es ihnen gesagt hatte“ (Lk 22, 13), der Bio-Guide.

Ja, das wird noch böse enden mit Dir, Berlin („Weh, weh, du große Stadt“, Offb 18, 16), aber Hoffnung macht doch die Verheißung: „Vor deinem ganzen Volk will ich Wunder tun, wie sie nicht geschaffen sind in allen Landen und unter allen Völkern“ (Ex 34, 10). Nur in Berlin.

(Josef Bordat)