Wahn oder Hass?

Hanau – eine Woche danach.

In der Debatte um die Motive von terroristischer Gewalt gegen Menschengruppen, wie zuletzt in Hanau, werden zwei Positionen gegeneinander ausgespielt:

1. Der Täter ist „verrückt“: Die psychische Disposition (etwa zu paranoiden Verhaltensmustern) ruft Gewalt gegen Menschengruppen hervor.

2. Der Täter ist „verführt“: Die Hetze gegen Menschengruppen (etwa in den Sozialen Medien) ruft Gewalt hervor.

In Wahrheit gehört beides zusammen: Bei entsprechender Disposition (etwa zu paranoiden Verhaltensmustern) kann Hetze gegen Menschengruppen (etwa in den Sozialen Medien) die vorhandene Neigung aktualisieren und auf diese Weise die Gewalthandlung auslösen.

Wer hetzt, trägt damit zwar keine Schuld an der Neigung, sehr wohl aber eine Mitschuld an der Handlung.

(Josef Bordat)