Olympia 2022?

Dass die Olympischen Spiele 2020 nicht wie geplant stattfinden werden, ist sehr wahrscheinlich. Nicht nur der Termin Ende Juli rückt näher, es finden derzeit (und demnächst) auch keine der angesetzten Qualifikationswettkämpfe statt. Zudem können die wenigsten Athleten derzeit uneingeschränkt trainieren. Was das in dieser Phase der Saison etwa für Leichtathleten und Schwimmer bedeutet, ist kurz gesagt: der gesamte Trainingsaufbau ist massiv gestört. Dauert der Zustand bis Mai an (und das ist nicht das abwegigste Szenario), ist die Saison im Prinzip gelaufen.

Warum nicht die Spiele auf 2022 verschieben? Damit geht man den Weltmeisterschaften der Schwimmer in Fukuoka (Japan) und der Leichtathleten in Eugene (USA), die für 2021 geplant sind, aus dem Weg. 2022 wäre dann ein Mega-Sportjahr mit Olympischen Winterspielen in Peking, den Sommerspielen in Tokyo und der Fußball-Weltmeisterschaft in Qatar, die just dieses Mal nicht im Sommer stattfindet, sondern im November und Dezember. Freilich wäre das eine gigantische Herausforderung für die Sportverbände, die Medien und die Fans. Aber es könnte auch ein gutes Zeichen sein, dass der Sport nach überstandener globaler Krise die Menschen zusammenführt.

(Josef Bordat)