Niederlande: Demenzkranke Frau wird gegen ihren Willen getötet

Juristisch offenbar kein Problem im Nachbarland. Moralisch aber schon. Überall.

In den Niederlanden wird eine an Alzheimer erkrankte Frau getötet (durch aktive Sterbehilfe), weil sie in einer Patientenverfügung die Inanspruchnahme von Sterbehilfe im Falle einer Demenzerkrankung gewünscht hatte. Das berichtet die FAZ.

Pikantes Detail: Als es soweit war, widersprach die Frau ihrer damaligen Verfügung. Sie wolle nicht sterben, so schlimm sei es doch gar nicht. Ihre Familie jedoch wies die Ärzte an, die Willenserklärung aus der Patientenverfügung zu vollstrecken und die Frau zu töten.

Ohne ihr Wissen (schließlich wollte sie ja nicht mehr sterben) verabreichte eine Ärztin der Frau ein Beruhigungsmittel und dann ein tödliches Medikament. Dabei wachte die Patientin auf und wehrte sich, wurde von ihren Angehörigen aber festgehalten, bis sie starb.

Die Staatsanwaltschaft klagte die Ärztin daraufhin wegen Mordes an, sie wurde vom Landgericht Den Haag aber freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft legte Berufung ein, doch auch das höchste Gericht der Niederlande, der Hohe Rat in Den Haag, sprach die Ärztin gestern frei.

Man sollte sich also gut überlegen, a) wohin man zieht und b) was man unterschreibt. Sich später umentscheiden oder sich einfach dagegen wehren, dass man getötet wird – das geht nicht. Zumindest nicht in den Niederlanden.

So, Zynismus aus.

Im Ernst: Ich bin fassungslos.

(Josef Bordat)