Einige Bischöfe verbreiten Verschwörungstheorien, aber… – Teil 9

…es war ein Katholik, der die genetischen Ursache des Down-Syndroms entdeckte.

Der Kinderarzt und Genetiker Jérôme Lejeune ist der Entdecker der genetischen Ursache des Down-Syndroms: das dreifache Vorhandensein des 21. Chromosoms (daher: Trisomie 21). Als Mediziner forschte er an der Heilung dieses Gendefekts, als katholischer Christ setzte er sich für das Recht auf Leben behinderter Kinder ein, und damit auch gegen die Auswahl und Abtreibung von Embryonen mit Trisomie 21. Dafür wiederum hatte er mit seiner Entdeckung die diagnostischen Grundlagen geschaffen – eine Tragik, die ihm sehr nahe ging.

Lejeune war Mitglied der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften. Der heilige Papst Johannes Paul II., dessen persönlicher Freund er war, berief ihn zum ersten Präsidenten der 1994 gegründeten Päpstlichen Akademie für das Leben. Als Lejeune kurz darauf an Krebs verstarb, setzte sich Johannes Paul II. für die Seligsprechung des Wissenschaftlers ein. Die Abtei Saint-Wandrille hat die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses postuliert, mittlerweile wurde Lejeune zum ehrwürdigen Diener Gottes erhoben.

Jérôme Lejeune ist ein großes Vorbild der Lebensrechtsbewegung. Seine Verteidigung des ungeborenen Lebens ist von zeitloser Bedeutung. Seine Erkenntnis sei allen Menschen ins Stammbuch geschrieben: „Die Humangenetik kann in diesem einfachen Glaubenssatz zusammengefasst werden: Am Anfang ist die Botschaft, und die Botschaft ist im Leben, und die Botschaft ist Leben. Und wenn die Botschaft eine menschliche Botschaft ist, dann ist das Leben ein menschliches Leben.“

(Josef Bordat)