Pfingstnovene

Wir warten auf das Kommen Gottes in Gestalt des Heiligen. Wir warten im Gebet wie die erste Generation der Christen, die Zeitgenossen Jesu, die Jünger, die nach der Himmelfahrt auch im Gebet verharrten. Heute gibt es dazu die Form der Novene. Die Pfingstnovene spannt den Bogen zwischen Himmelfahrt und Pfingstfest. Wir beten darin um das Kommen des Geistes.

Es geht dabei zunächst um eine Aktualisierung und Konkretisierung der Begeisterung. Der Heilige Geist ist zwar schon da, aber das muss man sich auch immer wieder bewusst machen. Dass Gott bei uns ist und bleibt. Dass wird einen Tröster und Begleiter haben. Dass es in der Kirche, deren Geburtstag ja zu Pfingsten gefeiert wird, nicht um menschengemachte Strukturen geht, sondern um geistdurchwirkte Erfahrungen.

Es geht ferner um eine Vertiefung dieses Bewusstseins für den Heiligen Geist als göttliche Person. Pfingsten verweist auf die Dreifaltigkeit. Weihnachten und Ostern geht es um den Sohn, zu Pfingsten um den Heiligen Geist. Sohn und Geist sind personale Gestalten der Liebe und Weisheit Gottes.

Schließlich geht es um die sieben Geistesgaben, deren Bedeutung für das Glaubensleben es im Gebet zu betrachten gilt: Verstand, Weisheit, Rat, Stärke, Wissenschaft, Frömmigkeit und Gottesfurcht. Und um die zwölf Früchte des Heiligen Geistes: Liebe, Freude, Friede, Geduld, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Bescheidenheit, Selbstbeherrschung und Enthaltsamkeit. Also: Genug Stoff für das Gebet an den Tagen vor Pfingsten.

(Josef Bordat)