Zum Sonntag der Weltmission

Heute ist Weltmissionssonntag. Die Kirche denkt an ihren Auftrag zur Mission und sammelt in den Kollekten für das Hilfswerk „Missio“, das weltweit aktiv ist. Es eröffnet Menschen den Weg zum christlichen Glauben bzw. hilft dabei, diesen zu gehen, gerade auch dort, wo das nicht so einfach ist, weil die Mehrheitsgesellschaft Steine in den Weg legt, in Gestalt von Benachteiligung, Ausgrenzung und Verfolgung.

Mission ist – wie gesagt – ein Auftrag der Kirche. Die Katholische Kirche ist apostolisch, also missionarisch, das heißt, sie ist darauf ausgerichtet, die Botschaft ihres Gründers, Jesus Christus, allen Menschen zu verkünden – gelegen oder ungelegen. Natürlich mit Rücksicht auf die kulturellen und gesellschaftlichen Umstände, ohne Zwang und Gewalt. Doch das Angebot soll alle Menschen erreichen.

Den Auftrag zur Mission erhält die Kirche von Christus selbst: „Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt“ (Mt 28, 18-20). Dahinter gibt es kein Zurück.

Jesus trug seinen Jüngern auf, ohne materielle Ansprüche in völliger Bedürfnislosigkeit, friedlich und in Toleranz gegenüber Andersgläubigen zu missionieren und dabei heilende, pflegerische und seelsorgliche Arbeit zu leisten. Es ist eine Mission der Tat, wie später Franz von Assisi, Gründer eines der bekanntesten Missionsorden, feststellte: „Verkündet das Evangelium – zur Not auch mit Worten!“ Das ist der Maßstab – für „Missio“ und für die Kirche insgesamt.

(Josef Bordat)