Seltsam, seltsam!

Von der ersten Auflage gibt es noch zwanzig, von der zweiten Auflage noch zwei?

20_Erste

Und von der ersten Auflage ist „mehr unterwegs“, von der zweiten Auflage nicht?

2_Zweite

Amazon, Du machst mir Sorgen!

(Josef Bordat)

Advertisements

St. Joseph-Krankenhaus gedenkt der „Euthanasie“-Opfer

In der Tagespost hatte ich davon berichtet: Das St. Joseph-Krankenhaus in Berlin-Weißensee gedachte heute seiner Opfer aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Pfarrer Lutz Nehk bei der Einweihung des Gedenksteins. Foto: (c) Bonow.

Den Gottesdienst zur Gedenksteineinweihung gestalteten Pfarrer Lutz Nehk, Beauftragter für Erinnerungskultur und Gedenkstättenarbeit im Erzbistum Berlin, der Rabbiner Professor Andreas Nachama, Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, Bernd Streich, Vorsitzender des Diözesanrates der Katholiken im Erzbistum Berlin, Dr. Iris Hauth, Geschäftsführerin und Ärztliche Direktorin des Alexianer St. Joseph-Krankenhaus Berlin-Weißensee zusammen mit dem Ökumenischen Seelsorgeteam des Krankenhauses, Barbara Tieves, Rita-Maria Jermis und Pfarrer Veit Böhnke.

IMG_5811
Rabbiner Professor Andreas Nachama spricht zu den Anwesenden. Foto: (c) Bonow.

(Josef Bordat)

Die etwas andere Weltmeisterschaft

Gestern ging sie dann zuende, die Fußball-Weltmeisterschaft in Russland. Recht spektakulär, mit einem nicht ganz so souveränen 4:2-Sieg der Franzosen über die Kroaten. Nicht ganz so souverän, wie das Ergebnis klingt, schließlich ging Frankreich zweimal auf recht zweifelhafte Weise in Führung: ein Freistoß nach Stolperer Griezmanns führt zum 1:0, ein von eben diesem verwandelten Handelfmeter zum 2:1. Aber daran, dass Frankreich ein würdiger Weltmeister ist, gibt es wohl keinen Zweifel.

Diese Weltmeisterschaft war anders. Gleich war die Dominanz der UEFA (aus dem Verband kamen die vier Halbfinalisten) und auch der Sieger des Finales ist ein altbekannter Weltmeister (1998) und Vize-Weltmeister (2006). Neu war allerdings der Videobeweis, der sich bewährt hat, die neuen, sympathischen Kräfte im Weltfußball Belgien und Kroatien, das Wiedererstarken von Frankreich und England. Und anders als sonst war natürlich das Abschneiden derer, die man wohl unter „Enttäuschungen“ abbuchen muss: Deutschland, Spanien, Argentinien und Brasilien scheitern früh, Italien und Holland noch früher.

Die nächste und die übernächste WM werden nochmal ganz anders werden: die eine (2022 in Katar) findet in der Adventszeit statt, die andere (2026 in Mexiko, Kanada und der USA) mit 48 Mannschaften. Was bleibt: Kommerz, Dopingvorwürfe, die „große Bedeutung von Standards“ (Oliver Kahn). Mal im Ernst: Quo vadis, Fußball?

(Josef Bordat)

Final-Check: Frankreich

Frankreich. Die Multikulti-Mannschaft, in der Moslems wie Paul Pogba und N’Golo Kante ebenso ihren Platz haben wie Migranten aus Afrika. Samuel Umtiti zum Beispiel, der aus Kamerun stammt und den Siegtreffer im Halbfinale gegen Belgien erzielte. Der Star der Mannschaft ist unbestritten Kylian Mbappé, Frankreichs Meister von Morgen. Spätestens von übermorgen.

Als Frankreich das letzte Mal Weltmeister wurde, im Sommer 1998, war seine Mutter Fayza Mbappé gerade mit Kylian schwanger. Fayza hat damals Handball gespielt, in der ersten französischen Liga. Kylians Vater Wilfred stammt aus Kamerun.

Kylian Mbappé wird bereits mit Pelé verglichen. Das reimt sich und ist natürlich auch so üblich, wenn ein junger Spieler durch die Decke geht. Aber erst einmal muss Mbappé zumindest einmal Weltmeister werden, bevor er es dann am Ende seiner Karriere dreimal gewesen sein kann. Morgen könnte der 19jährige den Grundstein legen für eine außergewöhnliche Karriere. Was sage ich: das Erdgeschoss bauen.

(Josef Bordat)

Livno. Heimat großer Kroaten

Von einem aufmerksamen Leser aus Livno erhielt ich den Hinweis, dass einige der genannten Prominenten aus Kroatien eigentlich gar keine „echten“ Kroaten sind, sondern entweder aus Livno, einer Stadt in Bosnien und Herzegowina, stammen (Davor Šuker, Niko und Robert Kovač, Slatko Dalić), oder zwar in Kroatien geboren wurden, aber eigentlich Serben sind, wie Nikola Tesla.

Gut, Tesla ist wirklich ein interessanter Fall, schließlich wird er auch von den USA beansprucht. Richtig ist wohl, wenn man Wikipedia an dieser Stelle trauen darf, dass er „als viertes von fünf Kindern serbischstämmiger Eltern“ in „Smiljan in der Lika unweit von Gospić (heutiges Kroatien)“ geboren wurde. Also: nach ius soli Kroate, nach ius sanguinis Serbe. Nach Meinung der meisten Tesla-Fahrer US-Amerikaner.

Niko und Robert Kovač wurden beide in (West-)Berlin geboren, ihre Eltern stammen aber in der Tat aus Livno, einer – und jetzt wird‘s richtig kompliziert – „mehrheitlich von Kroaten bevölkerten Gemeinde“ (Wikipedia). Ebenso die Eltern von Davor Šuker, der dann in Osijek geboren wurde, „am Ufer der Drau im Osten der historischen Region Slawonien“ (nicht zu verwechseln mit Slowenien).

Slatko Dalić ist tatsächlich selbst in Livno geboren. Und steht am Sonntag in Moskau im WM-Endpiel. Mit Kroatien. Soviel steht fest.

(Josef Bordat)

Final-Check: Kroatien

Gibt es eigentlich – mal abgesehen von den 23 Spielern im Aufgebot von Zlatko Dalić – irgendwelche Kroaten, die man kennt? Gut: Davor Šuker. Niko Kovač. Obwohl: Der kommt ja aus dem Wedding. Nein, irgendwie fallen mir berühmte Kroaten nicht auf Anhieb ein. Dabei gibt es einen, den eigentlich jeder kennt, seitdem es Elektroautos gibt: Nikola Tesla.

Der Physiker und Pionier der Elektrotechnik wurde 162 Jahre und einen Tag vor dem Finaleinzug Kroatiens in Smiljan geboren. Das war damals politisch Österreich, aber historisch und kulturell Kroatien. Er hat unglaublich viel geforscht und entdeckt und erfunden. Vor allem, nachdem er 1889 in die USA ausgewandert war. Er starb vor 75 Jahren, am 7. Januar 1943, in New York.

Interessant an Tesla ist die breite Rezeption in der Populärkultur, die man – was Physiker angeht – sonst nur von Einstein kennt. Es gibt Filmbiographien über Tesla, man findet ihn auf Banknoten, er kommt in Fernsehserien und Computerspielen vor. Und natürlich sind wissenschaftliche Einrichtungen und Betriebe der Energiewirtschaft nach ihm benannt. Und: Ausgerechnet in der serbischen Hauptstadt Belgrad trägt der Flughafen seinen Namen: Nikola Tesla.

(Josef Bordat)