„Jeder Mensch sehnt sich nach einem besseren und glücklicheren Leben“

Unter den Schwachen unserer Zeit, welche die internationale Gemeinschaft zu verteidigen hat, gibt es zusammen mit den Flüchtlingen auch die Migranten. Noch einmal möchte ich das Augenmerk der Regierungen darauf lenken, damit allen geholfen wird, die aufgrund der Geißel der Armut, jeder Art von Gewalt und Verfolgung wie auch aufgrund von Naturkatastrophen und Klimaschäden auswandern mussten, und damit die Maßnahmen erleichtert werden, die ihre soziale Integration in den Aufnahmeländern zu ermöglichen. Sodann ist ein entsprechender Einsatz notwendig, damit die Menschen nicht gezwungen sind, die eigene Familie und Nation zu verlassen, oder in Sicherheit und unter der vollen Achtung ihrer Würde und ihrer Menschenrechte dorthin zurückkehren können. Jeder Mensch sehnt sich nach einem besseren und glücklicheren Leben, und die Herausforderung der Migration kann weder durch die Logik der Gewalt und der Aussonderung gelöst werden noch durch Teillösungen.

Papst Franziskus (in seiner Ansprache an das Diplomatische Corps)

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Keine Kerze wird leuchten, keine Tanne duften

Als Gabe trage ich zur Krippe: Hunger und Kälte, Einsamkeit und Verlassenheit. Mein einziger Schmuck sind die blanken Fesseln. So will ich mein Leben, das im Dienste des Weihnachtskönigs stand, ihm geben, der mich mit seinem kostbaren Blut erlöst hat. Mit reichen Tränen der Reue will ich abwaschen, was Schuld und Sünde in mir geworden ist.

In solcher Gesinnung pilgere ich zur Krippe. Ich hoffe, mit der Gnade Weihnachten so tief im Herzen und im Geist zu feiern wie nie zuvor im Leben. Kein Geschenk und kein Festbissen wird mich ablenken, keine Kerze wird leuchten, keine Tanne duften; nicht einmal die heilige Messe ist mir vergönnt. Aber das Jesuskind in der Eucharistie wird als herrliche Weihnachtswirklichkeit mich mit dem ewigen Licht durchleuchten, mit der Wärme erbarmender Liebe erfüllen.

Pfarrer Alfons Maria Wachsmann am 23. Dezember 1943 aus der Haftanstalt Berlin-Tegel an seine Schwester Maria. Am 21. Februar 1944 wurde Pfarrer Wachsmann in Brandenburg-Görden hingerichtet.

Über Maria

Kaum ein Mensch hat die Kunst und Literatur so sehr inspiriert wie Maria.

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Wie ein Stern den anderen an Helligkeit übertrifft, so übertrifft die Geburt der allerseligsten Jungfrau die Geburt aller Heiligen, denn bereits im Schoß ihrer Mutter wurde sie mit der heiligmachenden Gnade ausgestattet.

Antonius von Padua

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Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.

Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht.

Novalis (Georg Philipp Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg), aus: Geistliche Lieder.

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Ich glaube, daß er mir geboren ist, von der reinen Jungfrauen Marien, ohn allen Schaden ihrer leiblichen und geistlichen Jungfrauschaft, auf daß er nach Ordnung väterlicher Barmherzigkeit meine sündliche und verdammte Geburt, und aller seiner Gläubigen, gebenedeyet, unschädlich und rein machete.

Martin Luther, aus: Kurze Form die zehen Gebote, Glauben und Vater Unser zu betrachten.

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Um die Gottesmutter und ihre Bedeutung im Christentum katholischer Prägung geht es auch hier.

Einen Schönen Feiertag!

(Josef Bordat)

Dass ich Liebe übe

Oh Herr,
mache mich zu einem Werkzeug
Deines Friedens.
Dass ich Liebe übe,
da wo man mich hasst;
dass ich verzeihe,
da wo man mich beleidigt;
dass ich verbinde,
da wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage,
da wo Irrtum herrscht;
dass ich den Glauben bringe,
wo Zweifel ist;
dass ich Hoffnung wecke,
wo Verzweiflung quält;
dass ich Dein Licht anzünde,
wo die Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe,
wo der Kummer wohnt.

Ach Herr,
lass mich trachten:
nicht, dass ich getröstet werde,
sondern, dass ich tröste;
nicht, dass ich verstanden werde,
sondern, dass ich verstehe;
nicht, dass ich geliebt werde,
sondern, dass ich liebe.

Denn wer sich hingibt,
der empfängt;
wer sich selbst vergisst,
der findet;
wer verzeiht,
dem wird verziehen;
und wer stirbt,
der erwacht zum ewigen Leben.

Amen.

Franz von Assisi

Nur mit Euch. Gesellschaft als Lerngemeinschaft

Lernfortschritte werden [..] oftmals angestoßen und begleitet durch Menschen und Gemeinschaften, die nicht zu unseren uns vertrauten Kreisen gehören. In ihnen herrschen die gleiche Wahrnehmung, der gleiche Sprachstil und die gleichen Handlungsprioritäten. Ihre Mitglieder bekräftigen sich in ihrer übereinstimmenden Überzeugung. Wie bereichernd und belebend ist es dann, wenn Menschen aus unterschiedlichen Denktürmen, Gemeinschaften und Gruppierungen in ein lernbereites Für- und Miteinander eintreten und sich im Gespräch für neue Überlegungen öffnen. So können alle von- und miteinander lernen.

Das gilt sowohl innerhalb unserer deutschen Gesellschaft als auch im Hinblick auf das gemeinsame Lernen mit denen, die als Flüchtlinge und Migranten zu uns kommen. Um wiederum das Motto des diesjährigen Tages der Deutschen Einheit aufzugreifen: „Nur mit Euch“ ist ein Lernen möglich, das einem erfüllten Leben dient; „Nur mit Euch“, die Ihr mir und uns vielleicht fremd und in eurer Lebensart, eurer Lebenskultur und eurem Lebenswissen zunächst im guten Sinne fragwürdig erscheint. Wir brauchen euch, weil Ihr unser Lernen und unser Leben reich macht. „Nur mit Euch“!

[…]

Wir haben die Wahrheit und wir haben Gott nie im Griff, sondern lernen sie und ihn immer anders und immer tiefer zu verstehen. Nur so lässt sich der destruktiv und lebensfeindlich wirkende Gegensatz in unserer Gesellschaft überwinden: Die einen sind überzeugt von einer zeitlosen Wahrheit und die anderen von einer wahrheitslosen Zeit.

Es bleibt eine ständige Aufgabe gerade auch in der Gottesfrage, die eigene Relativität sowie die gegenseitige Verwiesenheit zu erkennen und anzuerkennen, ohne in einen Relativismus der Wahrheit abzusinken. Für uns Christen ist die Wahrheit kein System von Aussagen und Erkenntnissen, für uns ist die Wahrheit eine Person, Jesus Christus. Er ist die Wahrheit auf dem Wege, der zum Leben führt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben“ (Joh 14, 6). Nur über die Beziehung zu ihm, nur ihm nachfolgend werden wir die Wahrheit finden. Deshalb hat Jesus die Menschen zu sich gerufen und sie aufgefordert: „Lernt von mir!“ (Mt 11, 29).

Heiner Koch, Erzbischof von Berlin (in seiner Predigt im Ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober 2018 im Berliner Dom)