Schmerzen Marias. Freude Marias

Heute denkt die Kirche an die Schmerzen Marias, die unter dem Kreuz den grausamen Tod ihres Sohnes erleben muss. Wir wissen heute, dass es nicht bei diesem Schmerz blieb, dass sich schon bald die Stimmung grundsätzlich änderte, dass Freude herrschte über die Auferstehung – und damit auch die Perspektive auf den Schmerz eine andere wurde.

Das Gotteslob enthält die Gegenüberstellung von Schmerz und Freude in den Liedern 532 und 533, die auf einer Doppelseite abgedruckt sind. Das eine (Nr. 532) ist die deutsche Fassung des „Stabat Mater“ („Christi Mutter stand mit Schmerzen“), das Maria am Karfreitag zeigt, unter dem Kreuz – vor der Auferstehung. Das andere (Nr. 533) – gleich daneben – ist das bekannte „Lasst uns erfreuen herzlich sehr“ von Friedrich Spee, das Maria im Zeichen der Auferstehung zeigt.

Während es im Karfreitagslied heißt: „Welch ein Schmerz der Auserkornen, / da sie sah den Eingebornen, / wie er mit dem Tode rang. / Angst und Jammer, Qual und Bangen, / alles Leid hielt sie umfangen, / das nur je ein Herz durchdrang“, versetzt Spee angesichts der Osterfreude Mariens geradezu neckisch: „Sag an, Maria, Jungfrau rein, / kommt das nicht von dem Sohne dein? / Ach ja: Dein Sohn erstanden ist, / kein Wunder, dass du fröhlich bist“.

Welch ein Kontrast! Mögen sich auch unsere Schmerzen hier und jetzt durch Gottes Barmherzigkeit einst in Freude verwandeln.

(Josef Bordat)