Polarisieren können ist auch eine Kunst

Ohne Worte.

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Oder vielleicht doch: Polarisieren können ist auch eine Kunst.

Finde ich.

(Josef Bordat)

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Die JoBo-Top-10 des ersten Jahres

Das sind die zehn am häufigsten aufgerufenen Beiträge des ersten Jahres:

1. An keiner Stelle verurteilt die Bibel Homosexualität?

Der Wille Ilse Müllners, die Kirche „zu einer reifen Sexualität, in der Machtgefälle nicht sexuell missbraucht werden“ zu führen, ist sicher unterstützenswert. Ob diese Reifung darin ihren Ausgang nehmen kann, dass die Kirche – einer einseitig-spekulativen Exegese folgend – nun als erstes eine theologische Neubewertung der Homosexualität vornimmt, ist hingegen mehr als fraglich.

2. Kardinal Woelkis Hammerpredigt

Kardinal Woelki hat darin nachvollziehbar klargestellt, dass die Bejahung des Sakraments der Eucharistie die Bejahung der Katholischen Kirche einschließt. Dass man die Eucharistie nicht herauspräparieren und als eigenes Angebot an Menschen (auch Nicht-Katholiken) richten kann, die nicht zugleich auch in allen anderen liturgischen und ekklesiologischen Fragen katholische Antworten zu geben bereit sind.

3. Erpresste Ökumene

Eine Begebenheit während der Kommunionspendung (die hier als „Verteilung“ firmiert) zeigte mir dann doch deutlich die Schmerzgrenze meiner Offenheit für die Ökumenebewegung von unten. Eine Kommunionhelferin ging, nachdem die meisten Gottesdienstbesucher, die wollten, bereits kommuniziert hatten, mit der Hostienschale durch die Menschenmenge und machte vor einem neben mir stehenden Katholikentagshelfer halt.

4. Sternsinger: Ausgebeutet von der superreichen Kirche?

Auch, wenn es kaum Sinn haben dürfte, gegen die Position, die Sternsinger seien gewissermaßen Bettel-Sklaven einer superreichen Kirche, die nichts gegen Armut unternimmt, möchte ich doch noch einmal drei Dinge zum Thema „Sternsinger“ herausstellen.

5. Wikipedia – Jetzt wird’s persönlich!

Dass und warum ich Wikipedia für tendenziös halte, sobald es um Religion, Christentum und Kirche geht, habe ich mehrfach zu verdeutlichen versucht. Ich habe über Doppelstandards, totalitär anmutende Binnenstrukturen, ein – sagen wir mal: arg verkürztes – Verständnis von Sachverhalten geschrieben und darüber, dass es flappsige Bemerkungen in jede noch so knappe Biographie schaffen, vorausgesetzt, sie sind unversöhnlich gegenüber Religion, Christentum und Kirche. Wie tendenziös Wikipedia aber tatsächlich ist, habe ich erst jetzt erfahren, anhand eines Artikelgegenstands, den ich ganz gut kenne, besser jedenfalls als – ich sag mal – „Justin Bieber“. Wie tendenziös Wikipedia ist, weiß ich jetzt, nachdem ich den Artikel „Josef Bordat“ las.

6. Freckenhorster Kreis (Bistum Münster) fordert Neuausrichtung in der Kirchenlehre

Problematisch an dem Papier ist zunächst, den sexuellen Missbrauch allein als Ausdruck von Sexualität zu deuten. Tatsächlich ist er aber vielmehr ein Ausdruck von Macht und hat insofern mehr mit der Befriedigung eines Macht- und Kontrollgelüstes zu tun als mit der Befriedigung eines (möglicherweise „verqueren“) Sexualtriebs. Den Zölibat hier ursächlich zu nennen, widerspricht allem, was zu dem Zusammenhang von Zölibat und Missbrauch bisher bekannt ist.

7. Ich geb‘s ja zu: Ich bin Nazi!

Die Versuche, mich irgendwie (ich hätte jetzt fast geschrieben: „auf Teufel komm raus“) in die rechte Ecke zu stellen, reißen nicht ab. Die ulkigen Begründungen auch nicht. Einen neuen Versuch startet „Dokumentieren gegen Rechts. Verbindungen und Vernetzungen rechter Organisationen“. Dort gibt es einen Artikel über den Lepanto Verlag (katholisch!). Autor des Artikels ist ein gewisser „B. Kramer“, offenbar auch Betreiber der Seite (ein Impressum konnte ich auf der Seite nicht finden).

8. Berlin: „Ostern abschaffen!“

In der Berliner Politik werden Stimmen laut, das Osterfest abzuschaffen. „Wenn keiner mehr an Jesus glaubt, dann können wir uns das verlängerte Wochenende auch sparen“, so Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD). Tatsächlich beträgt der Anteil der Christen an der Berliner Bevölkerung jüngsten Studien zufolge nur noch 25 Prozent.

9. Hexenverbrennung heute

„Die Katholische Kirche würde immer noch Hexen verbrennen“ – dass das mit ‚Hexenverbrennung = Katholische Kirche‘ etwas weniger eindeutig ist, sagen uns Historiker, aber wir wollen ja nicht zu wissenschaftsgläubig sein – „wenn nicht die Aufklärung gewesen wäre!“ Gut, auch hier gäbe es Klärungsbedarf, aber lassen wir das. Und: „Die Katholische Kirche würde sofort(!!!) wieder anfangen, Hexen zu verbrennen, wenn sie mehr Macht bekommt!“. Ja, richtig. Ich gebe es zu.

10. Geschichtsstunde

Es tut mir Leid, dass ich überhaupt etwas dazu schreibe, denn eigentlich ist es nicht der Rede wert. Aber, wenn ein Vertreter des Volkes, zu dem ich nun mal auch gehöre, meint, die NS-Zeit mit all dem, was geschah, sei im Vergleich zur Gesamtschau deutscher Geschichte als eher geringfügig anzusehen und daher zu vernachlässigen (den genauen Wortlaut der Gauland-Äußerung werden Sie leicht recherchieren können), dann fällt das letztlich auch auf mich zurück.

Das also war das erste Jahr. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

(Josef Bordat)

Luxemburg und Liebknecht. Und Jobos Blog

Heute vor 100 Jahren wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht ermordet.

Heute vor einem Jahr ging Jobos Blog an den Start.

Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.

Oder doch? Vielleicht lassen sich beide Ereignisse mit einer Frage klammern: Wie gehen wir, wie gehe ich mit dem Anderen um, dem Andersdenkenden, dem Andersglaubenden? Mit seiner Sicht, seiner Freiheit, seiner Würde.

Luxemburg und Liebknecht – bleibende Lehre, beständiger Auftrag. Auch für Jobos Blog.

(Josef Bordat)

Guten Rosch!

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich von Herzen: „Guten Rosch!“

Das kommt wohl aus dem Sephardischen. „Rosch“ heißt da etwa „Kopf“ oder „Anfang“. Das Neujahrsfest heißt bei den iberischen Juden „Rosch haschana“, abgeleitet vom hebräischen „Rosch ha schana tov!“, was soviel heißt wie: „Einen guten Jahresanfang!“. Im Jiddischen, der Sprache der aschkenasischen Juden, soll „Rosch“ soviel wie „Rausch“ bedeuten.

Zusammengefasst: Am Anfang steht der Rausch.

Naja, wie dem auch sei – einen guten Übergang ins neue Jahr!

Ihr und Euer
Josef Bordat

Wofür ich dankbar bin. Sieben Höhepunkte des Jahres 2018

Folgende sieben Ereignisse aus meinem Berufsleben haben mich 2018 besonders gefreut.

***

1

Februar: Für die Tagespost darf ich das „Thema der Woche“ gestalten – es geht um den Sport als „Ersatzreligion“ – ein Beitrag zu den Olympischen Spielen im südkoreanischen Pyeongchang, der auch von der Vision 2000 (Nr. 2, 2018) aufgegriffen wird. Für die Titelseite dieser Tagespost-Ausgabe sollte die Zeitung später im Jahr mit dem internationalen Designpreis „European Newspaper Award“ in der Kategorie „Cover- & Coverstory Weekly Newspaper“ ausgezeichnet werden.

2

Mai: Beim Katholikentag in meiner früheren Bistumsstadt Münster berichte ich für die Tagespost. Dabei habe ich die Gelegenheit, u.a. einem hochinteressanten Podium beizuwohnen.

3

Juni: Für die Medienseite der Tagespost habe ich die Gelegenheit, den ARD-Dopingexperten Hajo Seppelt zu interviewen. Der Beitrag erscheint in der Fußball-Ausgabe zur Weltmeisterschaft in Russland, an deren Schwerpunktthema ich sehr gerne mitgewirkt habe.

4

Juli: Die zweite Auflage des „Sündenregisters“ erscheint.

5

August: In Dublin nehme ich am Weltfamilientreffen teil und erlebe Papst Franziskus bei seinem Besuch.

6

September: Mit dem Theologen Dr. Franz Hein Aengenheister führe ich in meiner niederrheinischen Heimat ein konstruktives Streitgespräch zum Thema Zölibat.

7

Oktober: Ich habe die Gelegenheit, mein „Sündenregister“ auf der Frankfurter Buchmesse vorzustellen.

***

Für die mit diesen Arbeitsaufgaben verbundenen Erlebnisse und Erfahrungen bin ich sehr dankbar.

(Josef Bordat)

Frau, Mission, Maria

Nein, kein neuer Arbeitskreis der Kirche – Frau, Mission, Maria sind die Themen der drei aktuellen Radio- und TV-Produktionen aus dem Kontext des „Sündenregister“-Buchs heraus.

Frau. Feindbilder sind leichter zu zeichnen als realitätsnahe Porträts. Und zu den hartnäckigsten Vorurteilen, denen sich die Kirche immer wieder ausgesetzt sieht, gehört ihre vermeintliche Frauenfeindlichkeit, die es z.B. nicht zulasse, dass Frauen Priester werden können. Ist die Kirche nur ein „Klub der alten Männer“? Ist das Christentum eine Religion, die den Mann mehr achtet als die Frau? Über diese Fragen spreche ich mit Volker Niggewöhner (Kirche in Not, „Glaubenskompass“).

Mission. Ebenfalls mit Volker Niggewöhner (Kirche in Not, „Glaubenskompass“) spreche ich über das Thema Mission. „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen“, lesen wir im Markusevangelium, ähnlich lautend auch bei den anderen Evangelisten. Doch obwohl dieser Missionsbefehl sehr deutlich ist und nach christlicher Überlieferung den letzten Auftrag Jesu an die Apostel darstellt, ist das Thema Mission in der Kirche umstritten. Und das hängt sicherlich auch mit der Missionsgeschichte zusammen bzw. mit dem Bild, das wir davon haben. Wie dies zusammenhängt, darum geht es in dem Gespräch.

Maria. Um die Gottesmutter und ihre Bedeutung im Christentum katholischer Prägung geht es schließlich in einem Gespräch mit Gregor Dornis (Radio Horeb, „Katechismus“).

Herzliche Einladung zum Reinschauen und -hören.

(Josef Bordat)