Warum bloggen?

Nach einer Reihe von Blogbeiträgen ist es durchaus mal an der Zeit, über das Bloggen selbst zu reflektieren. Und siehe da: Der Kollege Fabian von Theopop nimmt mir die Arbeit ab, indem er fünf Thesen zum Einfluss des Bloggens auf die Theologie formuliert.

Wäre jetzt nicht unbedingt mein Ansatz gewesen, ist aber hochinteressant. Und durchaus nachvollziehbar. Wichtiger wäre es meiner Ansicht nach jedoch, wenn das Bloggen (meinetwegen über die Theologie) Einfluss auf die Kirche hätte, auf ihr Selbstverständnis und ihre Verkündigung. Am wichtigsten aber ist mir aber immer noch der Beitrag des Bloggens zur Neuevangelisierung.

Ein christlicher Blog (also ein Blog, das nicht nur von einem Christen betrieben wird, sondern der auch christliche Inhalte liefert) dient meiner Meinung nach zuerst und vor allem einer zeitgemäßen Ausführung des Missionsauftrags. Das Blog ist eine Form von Apostolat, damit Menschen, die mit ihren Sinnfragen im Netz nach Halt suchen, diesen auch finden können. Offen, aber doch zumindest so verbindlich, dass sie Hinweise darauf finden, wie sie ihn, den Halt im Leben, finden können.

(Josef Bordat)

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Replik von Andreas Püttmann zu „Das verordnete Kreuz“

Zu meinem Beitrag „Das verordnete Kreuz“ hat mich Andreas Püttmann auf ein Missverständnis meinerseits aufmerksam gemacht, durch das ein falscher Eindruck von seiner Position entstehen könnte. Er hat mir die folgende Replik zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

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Lieber Josef Bordat,

leider erwecken Sie hier einen falschen Eindruck von meiner Position:

„Püttmann ergreift Partei für einen Glauben, der sich nicht verzwecken oder gar verstaatlichen lässt (soweit richtig), sich stattdessen (falsch!) eher in Zeichen denn in Symbolen zu erkennen gibt: Christliches Handeln in Behörden brauche kein christliches Symbol an der Wand (falsch!). Ich denke, dass ein strenges Entweder-Oder nicht die Lösung ist (Scheinwiderspruch: Denke ich auch!).“

Nicht mal der (gläubige) Landrat, den ich zu Beginn zitiere, ist mit einem Entweder-Oder notwendigerweise richtig wiedergegeben. Er sagt nur, dass seine Behörde das Wesentlichere – den gelebten Glauben – erfüllt. Er hat ja selbst ein Kreuz im Büro. Also muss er ja wohl auch die Bedeutung des Symbols schätzen.

Schon gar nicht wird mein Kommentar richtig wiedergegeben mit „stattdessen“ oder „strenges Entweder-Oder“. Ich bekenne mich im Text durchaus, sogar nachdrücklich zur Bedeutung des Symbols, durch seine Erklärung und mit der Verteidigung des Kreuzes in staatlichen Einrichtungen wie Schulen und Gerichten.

Meine Kritik bezieht sich auf konkrete Umstände:
– staatliche Verordnung von oben herab,
– das zeitliche Setting: Wahlkampf,
– im Blick auf geschürte und gewachsene Islam-Ängste: den identitären Trotz – das Kreuz „gegen“ andere,
– künstliches Nachhelfen (Verdacht: staatliches Missionieren?) statt organische, gesellschaftliche Entwicklung christlicher Kultur,
– übergriffige Maßregelung kritischer Bischöfe als Glaubensverleugner,
und damit insgesamt ein Missbrauch des Kreuzes für parteiliche, populistische, spalterische Politik.

Wer im säkularen, weltanschaulich neutralen Staat unter Ausnutzung seiner Machtposition als bzw. guten Beziehungen zu einer gerade regierenden Partei, eine Art religiöse „Landnahme“ betreibt, stört den religiösen Frieden und schadet der Akzeptanz des Christentums bei nichtchristlichen Teilen der Bevölkerung. Er folgt einem ausgesprochen kurzsichtigen, kontraproduktiven, dummen Kalkül. Prototypisch für die Plumpheit, das Unterkomplexe des gerade grassierenden Populismus. Er schadet der Kirche und dem Glauben.

Ich stelle mir dagegen den Gekreuzigten vor, wie er – in meinen Lieblingsfilmen – zum übereifrigen, kämpferischen Don Camillo spricht, der ihn im Rathaus installiert wissen will.

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Soweit die Replik von Andreas Püttmann zu meinem Beitrag „Das verordnete Kreuz“.

(Josef Bordat)

100

Ja, so schnell kann das gehen. Das ist jetzt schon der 100. Beitrag hier in JoBos Blog. Noch weit entfernt von den 7612 Texten im Vorgänger-Blog Jobo72, aber JoBos Blog gibt es ja erst seit einem knappen Vierteljahr, während Jobo72 zehn Jahre auf Sendung war.

Auch der Zuspruch ist noch etwas gering als es bei Jobo72 der Fall war. Ohne zu jammern, aber da ist noch „Luft nach oben“ (Toni Kroos).

Aller Anfang ist eben schwer. Auch nach zehn Jahren.

(Josef Bordat)