Angriffe auf Asylbewerber

Die Zahl der Angriffe auf Asylbewerber und ihre Unterkünfte geht zurück. Das geht aus einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Das ist die verhältnismäßig gute Nachricht. Die schlechte: Die Zahl liegt mit 627 Angriffen auf Menschen und 77 Attacken auf ihre Unterkünfte im ersten Halbjahr 2018 immer noch erschreckend hoch.

Zu den Delikten zählten u. a. gefährliche Körperverletzung, schwere Brandstiftung, Sachbeschädigung, Volksverhetzung und Beleidigung.

Rückläufig sind die Straftaten deshalb, weil ihre Zahl zuvor geradezu unfassbar hoch lag: im ersten Halbjahr 2017 bei 1227, im ersten Halbjahr 2016 bei 2259.

(Josef Bordat)

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Antisemitische Straftaten in Deutschland

Im ersten Halbjahr 2018 sind 408 antisemitische Straftaten in Deutschland registriert worden, wie das ZDF unter Berufung auf das Bundesinnenministerium (BMI) meldet. 349 Taten wurden dem rechtsextremen, sechs dem linksextremen Spektrum zugeordnet. Eine religiöse Ideologie wiesen neun, eine „ausländische“ Ideologie zwölf der Taten auf. Nicht zuzuordnen waren 25 Taten.

85 Prozent der antisemitischen Straftaten in Deutschland geht also auf das Konto von Rechtsextremisten. Dieser sehr hohe Anteil wird auch damit zu erklären versucht, dass zunächst fast alle nicht eindeutig zuzuordnenden Taten dem rechten Spektrum zugeordnet werden, auch wenn eindeutige Beweise für ein rechtsextremes Tatmotiv fehlen.

Der Schriftzug „Juden raus!“ gilt generell als „rechtsextrem motiviert“, die damit verbundene Tat geht entsprechend als „rechtsextrem“ in die Statistik ein, obwohl eine solche Parole auch in islamistischen Kreisen populär ist. „Damit entsteht möglicherweise ein nach rechts verzerrtes Bild über die Tatmotivation und den Täterkreis“, heißt es in dem zugehörigen Bericht des BMI.

Was stimmt nun? Die Lösung ist eigentlich ganz einfach: Man kann auch als Ausländer rechtsextrem sein und als Rechtsextremist einen Migrationshintergrund haben. Und dass sich Islamismus und Faschismus ideologisch sehr nahe stehen, ist eine gesicherte Erkenntnis. Geeint sind sie in ihrem Antisemitismus, der rassistischen Variante des Antijudaismus.

Wie auch immer: 408 antisemitische Straftaten in Deutschland sind 408 Gründe für Scham und Ekel.

(Josef Bordat)

Autogenes Training im Wettkampfmodus

So heißt es, mein erstes belletristisches Buch. Hat lange gedauert, fast ein halbes Jahrhundert. Aber jetzt ist es so weit: Fertig! Mit „Liebe und Leidenschaft“ entstanden in „Schichtarbeit, ab und zu auch morgens“ die in diesem Buch veröffentlichten, satirischen Texte, so der Klappentext.

In Kürze wird der Satireband im Alverna-Verlag erscheinen. Er wird 251 Seiten umfassen und 12 Euro 50 kosten. Kein Witz.

(Josef Bordat)

Frieden im Südsudan

Es ist eine Nachricht, die Hoffnung macht: Der Bürgerkrieg im Südsudan könnte an ein Ende gelangt sein, denn die Konfliktparteien haben sich auf eine Machtteilung geeinigt. Nun haben sie drei Monate Zeit, eine Übergangsregierung zu bilden.

Freilich gibt es noch einige Fragezeichen. Nicht nur die Regierungsbildung muss funktionieren, auch die Gruppen, die sich nicht beteiligen, müssen noch davon überzeugt werden, dass sie im Frieden mehr gewinnen können als im Krieg. Doch für den Moment ist die Freude groß, dass es überhaupt in Richtung Frieden geht, im christlichen Teil des Sudans.

Ich freue mich auch für Pater Gregor Schmidt aus Berlin. Der Comboni-Missionar leistet im Südsudan als Pfarrer und Schuldirektor seit Jahren wertvolle Arbeit. Diese Arbeit war in den letzten Jahren immer wieder durch Unruhen im Land gefährdet. Neue Hoffnung gibt nun auch für ihn.

(Josef Bordat)

50 Jahre St. Benedikt-Kirche in Berlin-Lankwitz

Gestern fand im Süden Berlins ein Kirchweihjubiläum statt: Die St. Benedikt-Gemeinde im Steglitz-Zehlendorfer Ortsteil Lankwitz feierte den Weihetag ihrer Kirche vor einem halben Jahrhundert. Zelebrant der Heiligen Messe war Berlins Weihbischof Dr. Matthias Heinrich. In seiner Predigt ging er allgemein auf die Bedeutung des Kirchengebäudes ein.

Eine Kirche, so Heinrich, sei Begegnungsstätte, Botschaftsgebäude und Heilanstalt. In der Kirche sei Begegnung mit Gott und anderen Menschen (der Gemeinde) möglich, von der Kirche gehe die Botschaft aus, dass Gott in der Welt, also bei den Menschen, ist und es werden in der Kirche die Sakramente gespendet, die uns Menschen Zeichen des Heils sind.

(Josef Bordat)

Britischer Presserat macht gegen Fakenews mobil

Die „Independent Press Standards Organisation“ (IPSO) hat nach Angaben von „editorial.media“ eine Anti-Fakenews-Kampagne ins Leben gerufen. Damit präsentiert sich die Organisation aktuell der Öffentlichkeit als Garant für die Einhaltung journalistischer Standards. Gleichzeitig gibt sie ihren Mitgliedern und deren 2.500 Zeitungen, Zeitschriften und Websites so die Möglichkeit, ihre digitalen Angebote mit einem IPSO-Gütesiegel von nicht regulierten Angeboten abzuheben. Das Siegel mit dem Slogan „Für Pressefreiheit mit Verantwortung“ wurde in Zusammenarbeit mit der Werbeagentur McCann London entwickelt. Die IPSO entspricht in Großbritannien dem Deutschen Presserat. Sie ist die wichtigste und größte verlagsübergreifende Anlaufstelle, wenn es um Beschwerden über die Arbeit von Journalisten geht.

(Josef Bordat)