Die Hände Gottes

Ein neuer Film widmet sich dem Leben eines frommen Torwarts.

Bei den Filmfestspielen in Cannes wird die Dokumentation des Aufstiegs eines jungen Mannes vom Straßenkicker aus ärmlichen Verhältnissen zum Fußballprofi mit Millionengehalt vorgestellt. Der junge Mann ist Keylor Navas, Torhüter von Champions-League-Finalist Real Madrid.

Das besondere an diesem Film: Es stellt das Leben des 31-jährigen Costa Ricaners unter das Paradigma des Glaubens. Davon hat der gottesfürchtige Navas eine ganze Menge. Folgerichtig heißt das Werk von Dinga Haines „Hombre de fe“ – Mann des Glaubens.

(Josef Bordat)

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Ist das Retten von Menschenleben eine Straftat?

Ja, folgt man der Staatsanwaltschaft Griechenlands. Dort wurden drei spanische Feuerwehrmänner des Menschenhandels beschuldigt, weil sie Flüchtlinge aus dem Mittelmeer gerettet und an Land gebracht haben (diesen Sachverhalt bestreiten sie nicht), um ihnen damit – so der Vorwurf – zur illegalen Einreise zu verhelfen (das ist umstritten). Offenbar reicht aber für eine Verurteilung schon der bloße Tatbestand der „Beihilfe zur illegalen Einreise“ aus, auch ohne, dass die „Täter“ eine solche Absicht hatten. Also: Auch dann, wenn der Zweck ihrer Intervention darin lag, Menschen vor dem Ertrinken zu retten, überwiegt der Umstand, dass die die Geretteten danach an Land gebracht haben, ohne, dass die dafür nötigen Einreisevoraussetzungen vorlagen.

Für Fälle wie diese ist uns das Gewissen geschenkt, und damit die Fähigkeit, jenseits von Konventionen und Normen über Gut und Böse zu urteilen. Natürlich ist die Sache kompliziert, wenn man sie von außen und in Gänze betrachtet, also zu Ende denkt, Signalwirkungen berücksichtigt, langfristige Erwägungen vornimmt. Doch keine konsequentialistische Gesamtschau darf dazu führen, humanitäres Handeln im Einzelnen zu bestrafen. Eine Rechtslage bzw. -sprechung, die die Botschaft vermittelt, es sei illegal, Menschen vor dem Ertrinken zu retten und ans Ufer eines europäischen Landes zu bringen, so sie keine EU-Bürger sind, ist nicht nur mit der Ethik des Lebensschutzes unvereinbar, sondern auch mit all jenen Werten, auf die sich Europa so gerne bezieht, auch in Abgrenzung zu anderen Weltregionen, aus denen oft genug jene Menschen stammen, deren Leben zu retten offenbar illegal ist.

Bis zu zehn Jahre Gefängnis drohen den drei Feuerwehrmännern aus Spanien. Die Höhe der Strafe hängt wahrscheinlich auch mit der Zahl der Fälle (also der „Schwere der Tat“) zusammen. Im Klartext: Je mehr Menschenleben gerettet, desto länger in Haft. Den Umkehrschluss überlasse ich Ihnen. Auch, was man tun muss, um von der griechischen Justiz unbehelligt zu bleiben, wenn mal wieder jemand im Mittelmeer um Hilfe schreit.

(Josef Bordat)

Peter Grünberg ist tot

Deutschlands letzter Nobelpreisträger für Physik, Peter Grünberg, starb in der vergangenen Woche im Alter von 78 Jahren. Dies teilte das Forschungszentum Jülich mit, an dem Grünberg lange Zeit tätig war. Der Physiker erhielt gemeinsam mit dem Franzosen Albert Fert 2007 den Nobelpreis für die Entdeckung des Riesenmagnetowiderstands (GMR-Effekt).

Peter Grünberg wurde kurz nach der Vergabe des Nobelpreises in einem Interview mit dem Magazin Cicero gefragt, ob er, „als Naturwissenschaftler“, an Gott glaube. Seine Antwort: „Ja, natürlich.“ Er sei katholisch aufgewachsen und denke, einiges dabei gewonnen zu haben.

(Josef Bordat)

Freut euch und jubelt

Heute wurde es veröffentlicht, das Apostolische Schreiben Gaudete et exsultate („Freut euch und jubelt“) von Papst Franziskus über den Ruf zur Heiligkeit in der Welt von heute.

Guido Horst stellt in der Online-Ausgabe der Tagspost das Lehrschreiben des Heiligen Vaters in die Reihe seiner bisherigen Verlautbarungen: „Das Schreiben wird wie bereits ‚Evangelii Gaudium‘ (2013) und ‚Amoris laetitia‘ (2016) im Original als ‚Exhortation‘ (geistige Ermahnung) bezeichnet und ist mit diesen und zwei Enzykliken das insgesamt fünfte große Lehrschreiben von Franziskus“.

Wie die anderen wichtigen Verlautbarungen ist auch der Text von Gaudete et exsultate recht lang. Es umfasst 177 Abschnitte, in denen Papst Franziskus Bedeutung und Fehldeutungen des Heiligkeitsbegriffs darlegt: „Mein bescheidenes Ziel ist es, den Ruf zur Heiligkeit einmal mehr zum Klingen zu bringen und zu versuchen, ihn im gegenwärtigen Kontext mit seinen Risiken, Herausforderungen und Chancen Gestalt annehmen zu lassen“ (Nr. 2). Den Text finden Sie im Wortlaut auf VaticanNews.

(Josef Bordat)

Klimawandelfolge Flüchtlingsstrom

Der Klimawandel wird in den kommenden Jahrzehnten Millionen von Menschen zur Flucht aus ihren Heimatgebieten zwingen. Sagt die Weltbank. Laut einem neuen Bericht des Instituts könnten sich bis zum Jahre 2050 etwa 143 Millionen Menschen im subsaharischen Afrika (86 Millionen), in Südasien (40 Millionen) und in Lateinamerika (17 Millionen) auf den Weg machen, um vor den Folgen der Erderwärmung in ihrer Heimat zu fliehen.

Folgen des Klimawandels sind u. a. Wassermangel, Missernten, steigender Meeresspiegel sowie Stürme und andere Extremwetterereignisse.

Die Weltbank warnt vor großen Herausforderungen mit Blick auf die wachsende Migration, die Infrastruktur und die soziale Versorgung in den betroffenen Gebieten. Der Bericht fordert deshalb eine erhebliche Verringerung beim Ausstoß von Treibhausgasen sowie massive Investitionen in die Entwicklung bedrohter Länder. Die Experten glauben, dass durch vorbeugende Maßnahmen und weltweiten Klimaschutz die Zahl der Klimaflüchtlinge um bis zu 80 Prozent reduziert werden kann.

(Josef Bordat)

„Dem Gewissen folgen“

Bußgang der Berliner Katholiken und „24 Stunden für den Herrn“

Am Samstag, dem 10. März 2018, findet ab 16 Uhr der Bußgang der Berliner Katholiken mit neuer Route durch Kreuzberg und Mitte statt.

Auftakt bildet erneut die Aktion „24 Stunden für den Herrn“. Diese Initiative, die von Papst Franziskus ins Leben gerufen wurde, beginnt am Freitag, 9. März 2018, um 18 Uhr in St. Clemens (Stresemannstraße 66, 10963 Berlin). Durch die Nacht hindurch wird mit Gebeten und Musik gefeiert.

Die „24 Stunden“ münden in den Bußgang, der in St. Clemens beginnt und über die Gedenkstätte Topographie des Terrors und das Holocaust-Mahnmal zur St. Hedwigs-Kathedrale (Bebelplatz, Berlin-Mitte) führt.

Dort findet eine Eucharistiefeier mit Dompropst Prälat Tobias Przytarski statt, anschließend besteht die Gelegenheit zu persönlichem Gebet am Grab des Seligen Bernhard Lichtenberg, dessen Todestag sich in diesem Jahr zum 75. Mal jährt. Bernhard Lichtenbergs mutiges Handeln aus Gewissensgründen ist bereits Thema einer Fastenpredigtreihe.

(Josef Bordat)

31 neue Religionslehrkräfte

Das Erzbistum Berlin hat 31 neue Religionslehrerinnen und Religionslehrer. Erzbischof Dr. Heiner Koch verlieh ihnen heute die kirchliche Lehrerlaubnis – Missio Canonica – für den katholischen Religionsunterricht.

Den frisch gebackenen Religionslehrkräften wurde erstmals ein „Starter-Koffer“ mit Materialien für die religionspädagogische Arbeit überreicht.

Derzeit erteilen rund 400 Lehrkräfte etwa 30.000 Schülerinnen und Schülern katholischen Religionsunterricht im Erzbistum Berlin.

(Josef Bordat)