Armutsfalle Profifußball

Nein, das ist keine Satire. Ich sag das nur, damit wir uns gleich richtig verstehen. Auch, wenn man mit dem Profifußball alles mögliche verbinden mag, aber nicht Armut.

Die Profis, die wir kennen, erhalten Millionengehälter und haben nach zehn Berufsjahren ausgesorgt. Das liegt daran, dass unser Blick eher nach England, Spanien und Italien geht. Oder eben in die deutsche Bundesliga. Aber nicht in die österreichische.

Dort wurde jetzt ein Mindestlohn für die Profis beschlossen. 1300 Euro monatlich. Brutto. Über das Leben am Existenzminimum informiert 11freunde, die Fußballfachzeitschrift der etwas anderen Art. Lesenswert.

(Josef Bordat)

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Ein Montagsspiel

Ein Grund für den Erfolg des Fußballsports wird oft darin gesehen, dass dessen Regelwerk so einfach sei: Elf gegen elf, ein Ball, zwei Tore, ein Tor zählt einen Punkt, wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Das kann man sich merken.

Vernachlässigt man einmal die Abseitsregel, dann sind auch die Spielunterbrechungen nachvollziehbar: Ball im Tor, Ball im Aus, Foul. Und was ein Foul ist oder nicht, darüber kann man dann ja noch trefflich streiten.

Jetzt aber gibt es (nicht immer, aber immer öfter) den Videobeweis. Der soll die Mannschaften vor Ungerechtigkeit bewahren. Das ist in Zeiten, in denen de facto Investmentgesellschaften gegeneinander antreten, eine Frage der business compliance.

Regelgerecht ging es auch gestern Abend bei Mainz gegen Freiburg zu, als mitten in der Halbzeitpause ein Elfmeter geschossen werden musste, nachdem die Videoanalyse zwischenzeitlich gezeigt hatte, dass ein Handspiel im Strafraum vorlag.

Die spielentscheidende Szene findet statt, wenn man gerade mal für kleine Jungs Bier holen ist? Werden wir uns vielleicht dran gewöhnen müssen. Denn dass Fußball einfach bleibt, steht nirgendwo geschrieben. Wat zählt, is auf ‘m Bildschirm.

(Josef Bordat)

Zeit für Panolympics

Die Paralympics im südkoreanischen Pyeongchang sind zuende. Die nächsten Winterspiele der behinderten wie der nicht-behinderten Sportler finden 2022 in Peking statt: Vom 4. bis zum 20. Februar 2022 gibt es die 24. Olympischen, vom 4. bis 13. März 2022 die 13. Paralympischen Winterspiele.

Vorher, nämlich im Jahr 2020, zieht es die „Jugend der Welt“ aber erst noch nach Tokio, zu den 32. Olympischen (vom 24. Juli bis 9. August 2020) bzw. den 16. Paralympischen Sommerspielen (vom 25. August bis zum 6. September 2020).

Bis dahin ist noch etwas Zeit. Auch, darüber nachzudenken, ob es nicht endlich die ersten „Panolympischen Spiele“ geben sollte, an denen behinderte wie nicht-behinderte Sportler gemeinsam teilnehmen.

(Josef Bordat)

Ja!

Selten habe ich mich mit einer Sportlerin oder einem Sportler so gefreut wie heute mit der Skifahrerin Anna-Lena Forster.

Nach ihrem Sturz in der Abfahrt, als sie schon wie die Siegerin aussah, und nach ihrem undankbaren vierten Platz im Super-G hat sie die Alpine Kombination bei den Paralympics in Pyeongchang gewonnen – vor der Seriensiegerin Anna Schaffelhuber.

Ich denke, Anna Schaffelhuber wird es verschmerzen können, einmal nicht ganz oben zu stehen. Vor allem, wenn sie den grenzenlosen Jubel ihrer Teamkollegin sieht.

Schöne Geschichte. Nicht weltbewegend. Aber schön.

(Josef Bordat)

Olympias Siegerinnen

Sie haben dreimal verloren und mit 1 zu 20 ein nicht ganz so günstiges Torverhältnis, aber dennoch sind sie die vielleicht größten Gewinner der Olympischen Spiele von Pyeongchang: die 35 Spielerinnen der gesamtkoreanischen Damen-Eishockeymannschaft:

Genevieve Kim KNOWLES
KO Hyein
EOM Suyeon
KIM Un Hyang
PARK Caroline Nancy
CHOI Yujung
IM Danelle
KIM Selin
PARK Jongah
CHOI Jiyeon
PARK Ye Eun
KIM Heewon
LEE Eunji
RYO Song Hui
PARK Chaelin
JO Su Sie
HAN Soojin
KIM Un Jong
HAN Dohee
LEE Yeon Jeong
JUNG Siyun
PARK Yoonjung
CHO Mihwan
RI Pom
KIM Hyang Mi
JONG Su Hyon
LEE Jingyu
SHIN So Jung
JIN Ok
CHOE Un Gyong
Randi Heesoo GRIFFIN
HWANG Chung Gum
HWANG Sol Gyong
RYU Su Jong
CHOE Jong Hui

Solange miteinander gespielt wird, wird nicht aufeinander geschossen.

(Josef Bordat)

Michael Rösch

Soeben habe ich das Interview mit dem Biathleten Michael Rösch im ZDF gesehen. Rösch war 2006 in Turin Staffelolympiasieger für Deutschland, hatte danach viel Pech und litt unter eigenen Fehlern, wie er selber sagt. Jetzt ist er wieder am Start – für Belgien.

Ich finde es beeindruckend, diese Geschichte des kometenhaften Aufstiegs, des langen und steilen Abstiegs und der allmählichen Wiederkehr. Nicht jeder Mensch, der in Schwierigkeiten steckt, eignet sich für den Biathlonsport. Dennoch macht jemand wie Michael Rösch Mut.

Viel Erfolg, Michael Rösch! Und: Alles Gute!

(Josef Bordat)