„Heute herrscht schweigende Stille“

Unvergessen: Rudi Assauer, der am 6. Februar verstorbene Macher des modernen FC Schalke 04.

Unnachahmlich: Seine Sprüche, wie das Bonmot im Titel.

Drei weitere Kostproben:

„Über Trainer rede ich nicht in der Öffentlichkeit. Es sei denn, ich stelle einen ein oder schmeiße ihn raus.“

„Das Wort ,mental‘ gab es zu meiner Zeit als Spieler gar nicht. Nur eine Zahnpasta, die so ähnlich hieß. Heute stellen die sogar Trainer für die Birne ein. Das muss man sich mal vorstellen.“

„Wenn du in der ersten Minute das 1:0 machst und in der letzten das 2:0, kann dir nichts passieren.“

Ruhe in Frieden, Rudi Assauer.

(Josef Bordat)

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Matti Nykänen ist tot

Die finnische Skisprunglegende Matti Nykänen ist tot. Der viermalige Olympiasieger starb im Alter von 55 Jahren.

Sein Leben war eine Achterbahnfahrt. Nach den Höhen der Sportlerkarriere folgte der Absturz in die Alkoholsucht.

Nykänen sagte dazu: „Ich stand viele Jahre im Mittelpunkt, alle haben sich um mich gerissen. Ich hatte es satt, es war zu viel. Ich war unglücklich und habe angefangen, in mir drinnen eine Mauer hochzuziehen. Ich war sehr jung, als ich erfolgreich geworden bin, die Medien waren die ganze Zeit um mich herum – ich hätte Hilfe gebraucht. Das war der Anfang. Ich habe später getrunken, weil ich nichts anderes zu tun hatte, weil ich vergessen wollte.“

Unvergessen: Matti Nykänen. Ruhe in Frieden!

(Josef Bordat)

Fußballgott und Teufelskerl

Heute vor 100 Jahren wurde Toni Turek geboren.

Anton „Toni“ Turek, einer der legendären „Helden von Bern“, wurde am 18. Januar 1919 in Duisburg geboren. Er blieb als Weltmeistertorwart seiner niederrheinischen Heimat treu und stand sowohl für Fortuna Düsseldorf (1950 bis 1956) als auch Borussia Mönchengladbach (1956 bis 1957) im Kasten.

Der zwanzigfache Nationalkeeper feierte mit dem Gewinn der Weltmeisterschaft 1954 seinen größten Erfolg. Er muss – nach einem Patzer in der ersten Halbzeit – im zweiten Durchgang des Endspiels gut gehalten haben, schließlich nannte ihn Herbert Zimmermann in seiner Radioreportage kurz hintereinander „Teufelskerl“ und „Fußballgott“.

Die Kirche (und viele Zuhörer) protestierten damals gegen die Wortwahl Zimmermanns, der um Entschuldigung für den „Tabubruch“ bat, ein Akt, der ihn wohl auf seinem Platz als Sportreporter hielt, Herbert Zimmermanns Entlassung war im Kontext der Lobeshymne auf Turek diskutiert worden.

Zu Toni Turek passen Superlative eigentlich nicht. Bescheiden und heimatverbunden blieb er nach der Karriere in Düsseldorf und arbeitete als Angestellter bei der Rheinbahn. 1973 erkrankte er schwer und es begannen schwierige Jahre für ihn und seine Frau Wilhelmine. Am 11. Mai 1984 verstarb er in Neuss.

(Josef Bordat)

Korea, einig Handball-Land

Heute beginnt die deutsch-dänische Handball-Weltmeisterschaft. In Berlin trifft um 18 Uhr einer der beiden Gastgeber (nämlich Deutschland) auf Korea.

Korea? Ja, Korea! Wie schon beim Damen-Eishockeyturnier der Olympischen Spiele von Pyeongchang vor einer knappen Jahresfrist, schicken Nord- und Südkorea auch bei der Handball-WM wieder eine gemeinsame Mannschaft ins Rennen.

Ein gutes Zeichen für weitere Entspanung auf der koreanischen Halbinsel. Und: Eine Stärkung für das Team, das – im Gegensatz zu dem der Eishockey-Damen – sportlich durchaus konkurrenzfähig ist. Kann man vielleicht heute schon sehen, in Berlin. Dort, wo vor dreißig Jahren die Teilung überwunden wurde.

(Josef Bordat)

Pilates

Manch einer kennt das: Gelitten unter Pilates. Heute vor 135 Jahren, am 9. Dezember 1883, wurde der Mann im niederrheinischen Mönchengladbach geboren, der uns die Übungen eingebrockt hat: Joseph Hubertus Pilates.

Pilates emigrierte 1912 zunächst nach England, wurde während des Ersten Weltkriegs interniert und entwickelte in der Haft sein systematisches Körpertraining zur Kräftigung der Muskulatur, das ganz ohne Hanteln und Maschinen auskommt.

1926 ging er in die USA und entwickelte dort seine Trainingsmethode weiter, arbeitete mit Schauspielern, Tänzern und Sportler (u.a. wohl auch kurz mit Max Schmeling).

Nach seinem Tod (1967) wurde die Pilates-Methode von seinen Schülern in eigens dafür errichteten Studios angewandt. Heute gibt es wohl kein Fitnesscenter und keine Physiotherapiepraxis mehr ohne Pilates-Kurse und Pilates-Übungen.

Es bringt ja auch was. Man bewegt sich nicht viel, kommt aber trotzdem ins Schwitzen. Einfach mal ausprobieren. Auch, wenn es ziemlich anstrengend ist.

(Josef Bordat)

Großer Sport in Deutschland

Große Sportereignisse werfen ihre Schatten voraus. Im Januar 2019 wird Deutschland (zusammen mit Dänemark) die Handball-WM ausrichten. 2024 gibt es dann wieder – nach 1988 – eine Fußball-EM (und hoffentlich kein Sommerschauermärchen).

Dazwischen gibt es aber noch ein besonderes Sportereignis: Die Special Olympics Weltspiele 2023. Die größte inklusive Sportveranstaltung der Welt kommt ebenfalls nach Deutschland, genauer: nach Berlin.

Sie wird nach Einschätzung der Veranstalter „dazu beitragen, dass in unserer Gesellschaft das Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung noch selbstverständlicher wird“. Das wäre ein großer Sieg der Humanität.

(Josef Bordat)