Zum Tode Robert Spaemanns

Robert Spaemann ist tot. Der katholische Philosoph verstarb gestern im Alter von 91 Jahren. Die „Tagespost“ würdigt Robert Spaemann mit einem ausführlichen Nachruf.

Für mich war Robert Spaemann als Moralphilosoph eine feste Größe. Er gab mir bei vielen ethischen Fragen die nötige Orientierung. Spaemann vertrat eine Ethik des umfänglichsten Lebensschutzes der Person aufgrund der Menschenwürde.

Daher sein Einsatz gegen Sterbehilfe, seine Skepsis gegenüber Humanitären Interventionen, aber auch sein Engagement gegen Atomkraft. Denn, was viele nicht wissen: Spaemann war ein entschiedener Gegner der Kernenergie.

Welchen Aspekt seines umfangreichen Werks man auch immer in den Vordergrund rückt, in einem sind sich wohl alle einig: Ein großer Denker ist von uns gegangen.

(Josef Bordat)

Advertisements

Frau, Mission, Maria

Nein, kein neuer Arbeitskreis der Kirche – Frau, Mission, Maria sind die Themen der drei aktuellen Radio- und TV-Produktionen aus dem Kontext des „Sündenregister“-Buchs heraus.

Frau. Feindbilder sind leichter zu zeichnen als realitätsnahe Porträts. Und zu den hartnäckigsten Vorurteilen, denen sich die Kirche immer wieder ausgesetzt sieht, gehört ihre vermeintliche Frauenfeindlichkeit, die es z.B. nicht zulasse, dass Frauen Priester werden können. Ist die Kirche nur ein „Klub der alten Männer“? Ist das Christentum eine Religion, die den Mann mehr achtet als die Frau? Über diese Fragen spreche ich mit Volker Niggewöhner (Kirche in Not, „Glaubenskompass“).

Mission. Ebenfalls mit Volker Niggewöhner (Kirche in Not, „Glaubenskompass“) spreche ich über das Thema Mission. „Geht hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen“, lesen wir im Markusevangelium, ähnlich lautend auch bei den anderen Evangelisten. Doch obwohl dieser Missionsbefehl sehr deutlich ist und nach christlicher Überlieferung den letzten Auftrag Jesu an die Apostel darstellt, ist das Thema Mission in der Kirche umstritten. Und das hängt sicherlich auch mit der Missionsgeschichte zusammen bzw. mit dem Bild, das wir davon haben. Wie dies zusammenhängt, darum geht es in dem Gespräch.

Maria. Um die Gottesmutter und ihre Bedeutung im Christentum katholischer Prägung geht es schließlich in einem Gespräch mit Gregor Dornis (Radio Horeb, „Katechismus“).

Herzliche Einladung zum Reinschauen und -hören.

(Josef Bordat)

Ehe für alle – wirklich alle

„Wer Ja sagt zur ‚Ehe für alle‘ muss Ja sagen zur Ehe für alle, muss also Ja sagen zur Vielehe, muss Ja sagen auch zur Verwandtenehe, muss freilich Ja sagen zum uneingeschränkten Adoptionsrecht, muss daher am Ende gar Ja sagen zur Leihmutterschaft. Denn sie oder er hat Nein gesagt zum Naturrecht christlich-abendländischer Kultur. Und zur menschlichen Vernunft gleich mit.“

Das schrieb ich vor etwa anderthalb Jahren – und erntete dafür massive Kritik. Nicht so sehr dafür, dass ich den „Ehe für alle“-Befürwortern in letzter Konsequenz die Vernunft absprach, sondern dafür, dass ich es gewagt hatte, die naheliegende Konsequenz der Begrifflichkeit aufzuzeigen.

„Die konservative Befürchtung, dass mit der Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben noch nicht das Ende der Debatte erreicht ist, mag also in ihrer emotionalen Panik veraltet wirken. Rein logisch stimmt das aber, und das ist auch gut so.“

Das schreibt heute die Politikwissenschaftlerin und Journalistin Antje Schrupp. Ich bin davon überzeugt, dass sie dafür sehr viel Lob bekommen wird. Für ihren Scharfsinn. Für ihren Mut, die „Ehe für alle“ als Ehe für alle aufzufassen.

Eins überrascht mich dann doch: Ich hatte mit mehreren Jahren Karenzzeit gerechnet bis zur nächsten Stufe auf der Kellertreppe abwärts in Sachen Naturrecht christlich-abendländische Kultur und menschliche Vernunft, also bis zum ersten affirmativen Debattenbeitrag im öffentlich-rechtlichen Rundfunk zur „Ehe für wirklich alle“. Am Ende waren es 17 Monate.

(Josef Bordat)

November

November – die Zeit, zur Ruhe zu kommen. Über den Tod nachzudenken. Und das Leben.

Und: Bereits den Blick auf Weihnachten zu richten und Geschenke zu kaufen.

Wer dazu Anregungen braucht:

– Für Kirchenkritiker und -freunde und für alle, die aus Kritikern Freunde machen wollen (oder zumindest: wohlwollendere Kritiker): Das „Sündenregister“-Buch.

– Für Menschen, die in gut katholischer Tradition Glauben und Wissen miteinander verbinden: Das Credo-Buch.

– Für alle, die mehr über das gewisse Etwas in der moraltheologischen Debatte wissen wollen: Das Gewissen-Buch.

– Für Menschen mit Humor (oder solche, die es werden wollen): Das Satire-Buch.

Na, dann: Frohes Bestellen!

(Josef Bordat)

San Martín de Porres

Am Donnerstag haben wir Allerheiligen gefeiert. Und dabei ganz unterschiedlicher Menschen gedacht, die auf ganz unterschiedliche Weise die Brücke zwischen Welt und Gott geschlagen haben. Wir haben vielleicht an unseren Namenspatron gedacht oder an die bekannten Heiligen der nächsten Wochen. An Martin von Tours zum Beispiel.

Es gibt auch viele weniger bekannte Heilige, die es genauer zu betrachten lohnt. Einer von ihnen ist der heutige Tagesheilige Martin von Porres.

San Martín de Porres wird in Peru landesweit verehrt. In vielen Kirchen steht der dunkelhäutige Heilige mit seinem ikonographischen Attribut – dem Besen. Hierzulande ist er eher unbekannt. Das ist schade, denn sein Wirken ist ein gutes Beispiel für Heiligkeit – Demut, Askese und tätige Nächstenliebe ergänzen sich zu einem christlichen Leben, gegen Widerstände des Zeitgeistes.

Darüber habe ich Anfang des Jahres anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus in Peru etwas für die „Tagespost“ geschrieben („Bordats Blog“). Und demnächst gibt es einen kurzen Film auf EWTN, in dem ich San Martín de Porres vorstelle.

(Josef Bordat)

Domradio-Interview – zum Nachlesen

Und nach Feierabend darf diskutiert werden.

Domradio-Redakteurin Verena Tröster, die schon auf der Buchmesse in Frankfurt die Moderation der Buchvorstellung übernommen hatte, rief mich an und fragte noch mal nach, was es mit dem „Sündenregister“ auf sich habe.

DSC_1742
Josef Bordat im Interview mit Verena Tröster auf der Frankfurter Buchmesse. Foto: Mathias von Gersdorff.

Das Interview lief heute Vormittag in ihrer Sendung. Zum Nachlesen steht es auf der Seite des Domradios.

Und derweil wird im Geistlichen Zentrum Maria Rosenberg (Bistum Speyer) weiter über das „Sündenregister“ diskutiert – am 18. Oktober 2018 um 20 Uhr gibt es das „Feierabendgespräch“ zum Thema „Die kirchliche Moral ist leibfeindlich“.

(Josef Bordat)