Kein Priestermangel im Erzbistum Berlin

Die Zahlen zur Entwicklung der Katholische Kirche in der Hauptstadtdiözese sind wenig spektakulär. Sie zeigen vor allem eines: Pastoralen Luxus.

Nichts Neues im Osten. Die Zahlen, die das Erzbistum Berlin heute präsentierte, sind unauffällig. Die Entwicklung entspricht den Erwartungen. Im Erzbistum gibt es etwa 400.000 Katholikinnen und Katholiken, ein Rückgang von etwa zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das ist zwar deutlich – im letzten Jahr war es nur ungefähr ein Prozent –, aber irgendwann schlägt der Faktor „Austritte“ eben stärker zu als der stützende Faktor „Migration“. Das war zu erwarten. Auch, dass die Zahl der Gottesdienstbesucher konstant bleibt – etwa jeder Zehnte besucht regelmäßig die Sonntagsmesse.

Immerhin gibt es im Erzbistum Berlin noch über 200 aktive Diözesan- und Ordenspriester, so dass die Betreuungsquote recht günstig bleibt: auf einen aktiven Geistlichen kommen etwa 2000 Gläubige. Rechnet man die über 100 emeritierten, zum Teil aber auch noch aktiven Diözesan- und Ordenspriester dazu, landen wir bei einem Betreuungsverhältnis von eins zu 1200. Von Priestermangel also keine Spur. Erst vor wenigen Tagen wurden fünf Diakone zum Priester geweiht.

Dazu kommen zur Unterstützung der Seelsorge 30 aktive Diakone, etwa 100 Gemeinde- und Pastoralreferentinnen bzw. -referenten und knapp 300 Ordensschwestern. Das heißt im Ergebnis, dass sich etwa 500 Katholikinnen und Katholiken eine hauptamtliche seelsorgliche Ansprechpartnerin bzw. einen hauptamtlichen seelsorglichen Ansprechpartner „teilen“ müssen. Wenn man nun zugrundelegt, dass ohnehin nur 10 Prozent der Gläubigen aktiv sind, dann ist das eine komfortable Situation, komfortabler jedenfalls als in den Boomregionen Asiens und Afrikas, wo auf einen Geistlichen oft 4000 oder 5000 Gläubige kommen. Dagegen haben wir in Berlin pastoralen Luxus.

(Josef Bordat)