Der Aufstand

Heute vor 75 Jahren, am 19. April 1943, begann der bewaffnete Aufstand der jüdischen Bevölkerung im Warschauer Ghetto. Der aus verschiedenen jüdischen Gruppen gebildeten Kampforganisation Zydowska Organizacja Bojowa gelang es, sich mehrere Wochen lang den deutschen Truppen entgegenzusetzen. Erst mit der Niederbrennung des gesamten Ghettogeländes konnten diese das Gebiet wieder unter ihre Kontrolle bringen. Die Überlebenden des Ghettoaufstandes wurden in die Vernichtungslager Treblinka und Majdanek sowie in verschiedene Zwangsarbeitslager gebracht.

(Josef Bordat)

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Die Hölle

Warum sie (wahrscheinlich) leer ist

An diesem Text bzw. der darin geschilderten Begebenheit lässt sich die Problematik eschatologischer Fragen illustrieren: Hat ein guter Mensch, der zu Lebzeiten nicht an Gott glaubte, die Chance, im Tod zu Gott (also: in den Himmel) zu gelangen? Oder ist er auf immer und ewig verloren, weil er Gott nicht glaubte? Wie kann ein barmherziger Vater sein Kind auf ewig verstoßen? Gibt es die Hölle denn? Überhaupt? Wenn aber ohnehin alle Menschen erlöst sind – wozu dann der Glaube, wozu die Warnungen Jesu, wozu das Ganze? Einige Fetzen aus aktuellen Debatten, die sich an der Begebenheit entzündeten, zwischen Allerlösung und Verdammungseifer.

Wenn es einen Himmel (gedacht als vollendete Einheit mit Gott in Ewigkeit) gibt, dann muss es auch die Hölle geben – als Ergebnis größtmöglicher Distanzierung des Menschen von Gott. Es muss einem Menschen möglich sein, sich dem Streben nach Einheit mit Gott grundsätzlich und endgültig zu verweigern – und damit zu sagen: “Ich will nicht in den Himmel!”. Es muss die Möglichkeit der freiwillig gewählten Gottferne geben, verbunden mit dem Willen, diese Distanz möge auch in Ewigkeit bestehen. Und damit also zu sagen: “Ich will in die Hölle!”. Das ist metaphysisch notwendig. Denn wenn das nicht möglich wäre, hätten wir Menschen keine Freiheit und Gott wäre ein Despot, der alles zu sich zwingt. Das tut er aber nicht.

Die Verweigerung des Menschen hat – wie jedes Handeln aus Freiheit – Folgen, die zu tragen sind. Es kann nicht gleich gültig sein, ob der Mensch Gottes Nähe sucht, mit dem Ziel der Einheit, oder ob er das Weite sucht, in der festen Absicht, zwischen sich und Gott einen maximalen Abstand zu erlangen. Wer die Hölle sucht, der soll sie finden dürfen. Wer hingegen Gott sucht, dessen Chancen stehen nicht schlecht, ihn auch zu finden – und sei es erst in dem Moment, in dem sich das Leben vollendet. Im Tod. Und über diesen Moment können wir nichts wissen. Dieser Moment gehört jedem einzelnen Menschen ganz allein. Also können wir auch nicht abschließen darüber urteilen, ob sich ein Mensch bei Gott befindet oder nicht. Wir können aber – ganz ohne die Hölle zu leugnen – aus gutem Grunde darauf hoffen, dass sie leer ist. Denn, dass ein Mensch in dem Moment, wo er die Nähe Gottes so intensiv spürt wie überhaupt nur denkbar, im Moment der Rückkehr zu Gott, an seinem „Nein!“ zu Gott festhält, ist doch sehr unwahrscheinlich.

Weitere Texte zum Thema:

Von Schafen und Böcken (2016)

Abhauen. Rausreißen. Ins Meer werfen (2015)

Nachdenken über die Hölle (2014)

Eden für jeden? Warum es die Hölle geben muss (2012)

Frohbotschaft und Drohbotschaft (2011)

(Josef Bordat)

BVG-Rap

Ich stehe an der Haltestelle
Und schreibe auf
Der Innenseite
Einer Schokoladenverpackung
Das Konzept
Eines Textes
Der eigentlich schon
Fertig sein müsste
Längst

Ich schreibe
Einfach so
Weil noch Zeit ist
Denn der Bus kommt
Heute später
Oder gar nicht
Wer weiß das schon
Außer Gott

Eine Großbaustelle
Am Rathaus Steglitz
Erschwert
Sämtlichen
Verkehrsteilnehmern
das Durchkommen

Kommt er noch?
Sie blickt mich fragend an
Mit strahlenden Augen
Auf den Rollator gestützt
Ich weiß es nicht
Ich weiß es nicht
Ich weiß es nicht
Andere blicken auf ihr Smartphone
Und sind auch nicht
Schlauer

Da kommt er!
Ach, ne: Betriebsfahrt
Werde ich wohl
Weiter warten
Vielleicht ja bis
Zum Morgengrauen

Gut, ist nicht so toll
Der ganze Rap
Aus Steglitz
Wo ich steh
Immer noch
In der Nacht
An der Haltestelle
Aber wenigstens nicht
Antisemitisch.

(Josef Bordat)

Glaube als Qualifikationsmerkmal

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs zum kirchlichen Arbeitsrecht hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. Während die Kirchen ihr Selbstbestimmungsrecht grundsätzlich bestätigt sehen („Die Bischofskonferenz begrüßt insbesondere die Klarstellung des Gerichtshofs, dass den staatlichen Gerichten im Regelfall nicht zusteht, über das religiöse Ethos der Religionsgemeinschaft zu befinden“, so der Sekretär der Deutschen Bischofskonferenz, Pater Hans Langendörfer), betonte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), dass das Urteil den Schutz kirchlicher Beschäftigter vor Diskriminierung erhöhe und den rechtlichen Spielraum der Kirchen als Arbeitgeber einschränke: „Die Kirchen müssen ab jetzt für jedes einzelne Arbeitsverhältnis nachvollziehbar und gerichtsfest begründen können, warum eine bestimmte Religionszugehörigkeit dazu zwingend notwendig sein soll“ (ADS-Leiterin Christine Lüders). Weitere Reaktionen in der Online-Ausgabe der Tagespost.

Worum geht es? Es geht um das Verhältnis von Kirche und Staat im Arbeitsrecht. Das Verhältnis von Kirche und Staat wird bei uns im Wesentlichen durch das Staatskirchenrecht bestimmt. Das ist kein eigenes Recht, sondern darunter werden alle Vorschriften gefasst, die das Verhältnis von Kirche und Staat formal bestimmen. Das geht von ganz wichtigen Normen mit Verfassungsrang (wie die Religionsfreiheit, die individuell und kollektiv gilt, also auch für Gemeinschaften wie die Kirche) bis hin zu eher technischen Regeln wie Verfahrensvorschriften für die Erhebung der Kirchensteuer. Entscheidend ist dabei, dass der Staat den Kirchen das Recht auf Selbstbestimmung einräumt, was bedeutet, dass die Kirche das Recht hat, im Rahmen der verfassungsmäßigen Grundordnung und der geltenden Gesetzeslage eigene Regeln für sich aufzustellen, auch mit Rückwirkung auf die Gesellschaft insgesamt – etwa beim Arbeitsrecht.

Die Kirche kann aufgrund ihres Selbstbestimmungsrechts ein eigenes Arbeitsrecht setzen. Das bedeutet ja gerade Selbstbestimmung. Selbstbestimmung bedeutet aber nicht, dass damit ein „Staat im Staat“ entstünde. Einschlägig ist eine Norm der Weimarer Reichsverfassung, die über Artikel 140 Grundgesetz in die Bundesrepublik hineinwirkt, also auch bei uns heute Verfassungsrang einnimmt. Dort heißt es: „Jede Religionsgesellschaft ordnet und verwaltet ihre Angelegenheiten selbständig innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes. Sie verleiht ihre Ämter ohne Mitwirkung des Staates oder der bürgerlichen Gemeinde.“ Entscheidend ist: „innerhalb der Schranken des für alle geltenden Gesetzes“.

Kirchen sind Tendenzbetriebe und dürfen daher eigene Wertvorstellungen zur Grundlage der Anstellungsentscheidungen machen oder auch bei einer Kündigung als handlungsleitend zur Geltung kommen lassen. Ein Sonderrecht im Bereich der Arbeit gibt es aber insoweit nicht nur für die großen christlichen Kirchen, sondern für viele vom Staat geförderte Arbeitgeber wie Berufsverbände, Parteien, Gewerkschaften, weltanschauliche Vereinigungen und auch andere Religionsgemeinschaften. Aber nennen wir das kirchliche Arbeitsrecht ruhig nach dem säkularistischen Zeitgeist ein „Sonderarbeitsrecht“. Ja, nennen wir es ruhig so, weil es wirklich besondere Regelungen enthält, etwa das Konsensprinzip des „Dritten Wegs“ bei Tarifverhandlungen.

Das Sonderarbeitsrecht der Kirchen gilt für ihre Mitglieder, hat aber auch für alle anderen Menschen Wirkung (insoweit deren Bewerbung auf eine Stelle bei der Kirche praktisch chancenlos ist). Die Kirche darf dabei aber nicht gegen Gesetze verstoßen, die für alle gelten. Tut sie auch nicht, weil Gesetze, die arbeitsrechtlich einschlägig sind, wie etwa das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), das Selbstbestimmungsrecht der Kirche berücksichtigen. Im AGG wird in § 9 „eine unterschiedliche Behandlung wegen der Religion oder der Weltanschauung bei der Beschäftigung durch Religionsgemeinschaften, die ihnen zugeordneten Einrichtungen ohne Rücksicht auf ihre Rechtsform oder durch Vereinigungen, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Religion oder Weltanschauung zur Aufgabe machen“ für zulässig erklärt, „wenn eine bestimmte Religion oder Weltanschauung unter Beachtung des Selbstverständnisses der jeweiligen Religionsgemeinschaft oder Vereinigung im Hinblick auf ihr Selbstbestimmungsrecht oder nach der Art der Tätigkeit eine gerechtfertigte berufliche Anforderung darstellt“. Das gilt nicht nur für die Kirchen, sondern für alle Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften.

Der Staat duldet das, weil es für ihn offenbar in einer pluralen Gesellschaft hinnehmbar ist, dass nicht jeder überall arbeiten kann, weil es Arbeitgeber mit besonderen, allen Bewerbern und Mitarbeitern bekannten Anforderungen gibt, die auch in das Privatleben hineinreichen. Es ist ihm jedenfalls lieber, eine solche Pluralität zu unterstützen und dabei von seinen Bürgern zu verlangen, in Grenzfällen auch arbeitsrechtliche Entscheidungen auszuhalten, die von der Mehrheit der Gesellschaft nicht mitgetragen werden, als alles an sich zu ziehen und Einheitsregeln zu schaffen. Bisher jedenfalls ist das so.

In der Praxis kirchlichen Personalwesens wird es künftig darauf ankommen, die Religionszugehörigkeit als eine „nach der Art der Tätigkeit gerechtfertigte berufliche Anforderung“ zu erläutern, und zwar so, dass dies auch für ein säkulares Gericht nachvollziehbar ist. Der Glaube wird damit zum Qualifikationsmerkmal, das von einem Arbeitnehmer bzw. Stellenbewerber zu bieten für eine bestimmte Aufgabe nötig sein muss, um eine Diskriminierung zu rechtfertigen. Diese Notwendigkeit stringent nachzuweisen, wird in Einzelfällen nicht einfach. Wo beginnt der religiöse Teil der kirchlichen Arbeit? Und versteht die Gesellschaft – vertreten durch die allgemeine Rechtsauffassung –, dass nicht nur pastorale Angebote, sondern auch Erziehung, Bildung, Pflege u.v.a.m. im christlichen Glauben katholischer Prägung eine besondere Pointe erfahren, die den Schutz eines Sonderarbeitsrechts genießen soll? Andersrum: Wenn katholische Kindergärten in Deutschland ohnehin keine christlichen Werte mehr vermitteln (wollen) – kann man dann nicht auch Muslime einstellen? Jeglicher sexueller Identität?

(Josef Bordat)

Ein Montagsspiel

Ein Grund für den Erfolg des Fußballsports wird oft darin gesehen, dass dessen Regelwerk so einfach sei: Elf gegen elf, ein Ball, zwei Tore, ein Tor zählt einen Punkt, wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Das kann man sich merken.

Vernachlässigt man einmal die Abseitsregel, dann sind auch die Spielunterbrechungen nachvollziehbar: Ball im Tor, Ball im Aus, Foul. Und was ein Foul ist oder nicht, darüber kann man dann ja noch trefflich streiten.

Jetzt aber gibt es (nicht immer, aber immer öfter) den Videobeweis. Der soll die Mannschaften vor Ungerechtigkeit bewahren. Das ist in Zeiten, in denen de facto Investmentgesellschaften gegeneinander antreten, eine Frage der business compliance.

Regelgerecht ging es auch gestern Abend bei Mainz gegen Freiburg zu, als mitten in der Halbzeitpause ein Elfmeter geschossen werden musste, nachdem die Videoanalyse zwischenzeitlich gezeigt hatte, dass ein Handspiel im Strafraum vorlag.

Die spielentscheidende Szene findet statt, wenn man gerade mal für kleine Jungs Bier holen ist? Werden wir uns vielleicht dran gewöhnen müssen. Denn dass Fußball einfach bleibt, steht nirgendwo geschrieben. Wat zählt, is auf ‘m Bildschirm.

(Josef Bordat)

Der Schublade entkommen

Folgende Passage einer Rezension von Benedikt Poetsch zum „Sündenregister“ hat mir besonders gefallen: „Ist der Autor denn jetzt konservativ oder liberal? Zunächst: Das Buch ist kein wissenschaftliches; es ist zwar gut informiert und recherchiert geschrieben, aber es verzettelt sich nicht in der Diskussion fachspezifischer Detailfragen, es beansprucht keine wissenschaftliche Präzision; es beinhaltet Zuspitzungen und bemüht sich nicht, den Stil persönlich gehaltener Essays zu verlassen. Es trägt eine persönliche Färbung an sich, die aber seinen Wert nicht mindert. Bordat tritt in keine philosophischen oder theologischen Schulstreitigkeiten ein. Auch innerkirchliche Zwistigkeiten spielen für ihn keine Rolle. Er kann ebenso die Institution des ZDK loben (vgl. 47f) wie unbefangen für die katholische Sexualmoral (vgl. 215-221) eintreten. Er zitiert Johannes Paul II. ebenso wie Benedikt XVI. oder Franziskus, H. U. von Balthasar ebenso wie K. Rahner oder H. Küng. Eine einfache Etikettierung ist für ihn also nicht möglich. Insgesamt lässt sich sagen: Das Buch ist lehramtstreu, aber darüber hinaus nicht klar irgendeinem kirchlichen „Lager“ zuzuordnen. Das ist angesichts der Vielzahl polarisierender Kräfte in der Kirche erfrischend, weil darin, mit Benedikt XVI. gesagt, der Glaube als ‚positive Option‘ aufscheint, als ein Licht eben, wie es das Titelbild des Buches anschaulich darstellt.“

Gerade noch mal dem zermürbenden Richtungsstreit ausgewichen und es sich zwischen den Stühlen bequem gemacht! Von dort scheint man nicht die schlechteste Perspektive auf Geschichte und Gegenwart der Kirche zu haben. Eduard Werner meint in seiner heute erschienenen Besprechung für das Forum Deutscher Katholiken sogar: „Vor allem der Religionsunterricht könnte von diesem Buch profitieren“. Das freut mich natürlich sehr. Ich stehe übrigens in Berlin und Potsdam auch gern für einen Besuch im Religionsunterricht zur Verfügung. Sprechen Sie mich einfach an (per E-Mail, Adresse unter „Impressum“).

(Josef Bordat)

Der Tag des Bäckers

Was, so fragt die Zeitung Die Welt jüngst in ihrer Online-Ausgabe, kann man Sinnvolles am Sonntag tun? Unterstellend, dass viele Menschen einfach in den Sonntag hineinleben („ausschlafen, rumgammeln und einfach mal rein gar nichts tun“ – Titel des Stücks: „Sie dürfen Ihren Sonntag nicht so verschwenden!“), fühlt sie sich berufen, der geneigten Leserschaft einige Tipps zur Gestaltung des Sonntags mit auf den Weg zu geben, Motto: „Machen Sie Ihren Sonntag doch zum produktivsten Tag der Woche“. Wie geht das? Ganz einfach: auf sich selbst besinnen, die freie Zeit optimal nutzen, produktiv sein, nicht unbedingt einen Wecker stellen. „Stattdessen langsam wach werden und sich dabei fragen, was man gerade wirklich braucht“. Smartphone beiseite lassen („man kümmert sich erst mal nicht um Instagram und Mails, sondern um sich selbst“), „digital detoxing“ heißt das auf deutsch, das tut man „für mindestens eine Stunde nach dem Aufstehen“, Frühstück im Bett. Sollte das mit dem Smartphone Probleme bereiten (man geht offenbar davon aus): Es gäbe Apps für’s Smartphone, die „helfen, sich zu Smartphone-Pausen zu motivieren“ (nein, ich denke mir das nicht gerade aus, um die Spalte vollzubekommen – das steht da wirklich). Sonst noch was? Ja: Ruhe und frische Luft, Tee oder Kaffee, eine Runde um den Block, zum Bäcker gehen („Der Spaziergang bringt den Körper auf Trab, die frische Luft macht wach und energiegeladen – und bestenfalls hat man danach alles für ein gediegenes Frühstück zusammen“). Nach dem Frühstück: die Woche planen. Zitat: „Dafür gibt es sogar speziell vorgefertigte Varianten, wie den ‚Happiness Planner‘ oder den ‚Getting Things Done Planner’“. Danach kann man ja mal aufräumen, denn: „Nicht nur Planung, sondern auch Ordnung hilft, befreiter und glücklicher zu leben“. Und wenn das alles erledigt ist, das Glück geplant und die Ordnung aufrecht erhalten wurde, kann man sich ja mal dazu nötigen, „entspannt ein Buch zu lesen, Musik zu hören oder das Beauty-Komplettprogramm“ – auszuführen, nehme ich an ( Beauty-Komplettprogramm steht im Text ohne Prädikat; wahrscheinlich ist allen außer mir klar, was man mit einem Beauty-Komplettprogramm für gewöhnlich tut). Das wär’s dann aber, oder? Fast! Fernsehen? Eher nicht. Das heißt: „Gegen einen (!) Film am Abend ist allerdings nichts einzuwenden“. Und, weiter? Nichts: „weiter“! Die Welt schafft es, einen Artikel über die sinnvolle Nutzung des Sonntags zu schreiben, ohne auch nur ein einziges Mal die Möglichkeit zu erwähnen, dass man – festhalten! – ja auch mal zur Kirche gehen könnte. Irgendwann zwischen Bäcker und Beauty. Digital detoxing, Getting Things Done Planner, Spaziergang – Gottesdienst, Kirchgang, Heilige Messe, das kommt für die Welt am Sonntag hingegen nicht in Frage. Kein Wunder: Der „erste Tag der Woche“ (Joh 20, 1) wurde in den Augen der Welt längst zum „letzten Tag des Wochenendes“ (Die Welt). Warum nicht gleich: Tag des Bäckers.

(Josef Bordat)