Erzbistum Berlin erinnert an Konrad Kardinal von Preysing

Geboren wurde Konrad Kardinal von Preysing am 30. August 1880 (140. Geburtstag), am 31. August 1935 wurde er als Bischof von Berlin eingeführt (85. Jahrestag).

Mit einem Gottesdienst erinnert Erzbischof Dr. Heiner Koch am Montag, 31. August, 18.00 Uhr, in St. Joseph (Berlin-Wedding) an seinen Vorgänger Bischof Konrad Kardinal von Preysing.

Konrad Graf von Preysing, ein Cousin des Clemens August Graf von Galen, wurde 1912 zum Priester geweiht, 1935 zum Bischof von Berlin ernannt und 1946 zum Kardinal erhoben. Er hat sich in zahlreichen Schriften gegen die nationalsozialistische Ideologie gewandt, das Unrechtsregime der Nazis angeprangert und sich dabei auch explizit gegen die Euthanasie („Aktion T 4“) gewandt: „Wer immer Menschenantlitz trägt, hat Rechte, die ihm keine irdische Gewalt nehmen darf.“, so schreibt er in seinem Hirtenbrief vom 13. Dezember 1942.

Und es blieb nicht beim gesprochenen und geschriebenen Wort: Mit dem von ihm bereits 1938 gegründeten Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin versuchte von Preysing, Verfolgten des Naziregimes die Flucht aus Deutschland zu ermöglichen und die in Berlin versteckten Juden mit Wohnraum und Lebensmitteln zu versorgen. Als 1941 der Leiter des Hilfswerks, Dompropst Bernhard Lichtenberg, verhaftet wurde, übernahm der Bischof persönlich die Leitung und sorgte dafür, dass weiterhin viele verfolgte Juden durch Ausreise oder Verstecken das Leben gerettet werden konnte. Kardinal von Preysing sah die Sankt Hedwigs-Kathedrale ausbrennen und engagierte sich beim Wiederaufbau des zerstörten Berlin.

Am 21. Dezember 1950 verstarb Konrad Graf von Preysing.

(Josef Bordat)