Zu meinem Hexen-Artikel

Ich bin etwas überrascht angesichts der enormen Resonanz, den mein Beitrag zu den Hexen auf katholisch.de im Facebook erfuhr bzw. immer noch erfährt: Über Nacht rund 100 Kommentare auf der Facebook-Seite von katholisch.de. Das erstaunt. Mich zumindest.

Im Grunde fasse ich in dem Text ja nur kurz und knapp den aktuellen Forschungsstand zusammen, wie ihn die Geschichtswissenschaft in den letzten 30 bis 40 Jahren zum Thema erarbeitet hat. Wahrlich keine Heldentat. Aber auch kein Grund, gegen mich persönlich zu polemisieren oder sich die Nacht von Sonntag auf Montag um die Ohren zu schlagen, um die eigene schillernde Ignoranz gegenüber den Erträgen dieser 30 bis 40 Jahre Hexenforschung in Europa, den USA und Australien öffentlich kundzutun. In einem Großteil der Facebook-Kommentare wird der Mangel an Sachkenntnis nur noch vom Dünkel moralischer Überlegenheit übertroffen. Den Text nicht lesen, keine Ahnung haben und dann noch meinen, man sei ohnehin der bessere Mensch, weil man wisse, wie böse die Kirche war – das ist in dieser Kombination recht anstrengend. Nun, gut. In gewisser Hinsicht ist es auch das Alltagsgeschäft in den Sozialen Medien.

Da ich gebeten wurde, mich in dem Text kurz zu fassen, habe ich einige Einzelheiten weggelassen, die das Gesamtbild nicht entscheidend verändern, aber eben doch ergänzen können. Um nicht den Eindruck entstehen zu lassen (und dieser Eindruck entsteht ja doch sehr schnell, wenn man Anno 2020 noch ein gutes Haar an der Kirche lässt), ich wolle irgendwas „verschweigen“ (ein ulkiger Vorwurf, wenn man ganze Bibliotheken an Literatur auf 10.000 Zeichen bringen soll), möchte ich in zwei Texten zwei Aspekte ergänzen bzw. noch detaillierter erläutern. Nicht, dass ich damit die Hoffnung verbinde, die Kritiker zu überzeugen (sie müssten dafür noch mal zwei Texte lesen), sondern aus akademischem Interesse – und aus Respekt vor den zwei, drei Kommentatoren, denen es – wenn auch möglicherweise mit anderen Vorzeichen – um die Sache geht.

Der erste Aspekt betrifft das Verhältnis von Inquisition und Hexenverfolgung, der zweite Aspekt die Person Friedrich von Spee und ihr Umfeld. Zu beiden Aspekten hatte ich bereits im katholisch.de-Beitrag etwas geschrieben, möchte das Geschriebene aber noch mal vertiefen. Die Texte werden als Blogbeiträge morgen und übermorgen erscheinen.

(Josef Bordat)