Ngoc Nguyen und Anh Lan Do

Vor 40 Jahren werden zwei junge Vietnamesen Opfer eines fremdenfeindlichen Brandanschlags.

In den frühen Morgenstunden des 22. August 1980 werfen zwei 50-jährige Männer und eine 24-jährige Frau Molotow-Cocktails durch das Fenster einer Flüchtlingsunterkunft in Hamburg. In der Einrichtung befinden sich „Boat People“ aus Vietnam, die aus den Fluten des Chinesischen Meeres gerettet wurden. Zwei von ihnen, der 22-jährige Ngoc Nguyen und der 18-jährige Anh Lan Do können nur mit schweren Brandverletzungen geborgen werden. Ngoc Nguyen stirbt infolge dieser Verletzungen kurz darauf, Anh Lan Do neun Tage später.

Elf Tage nach dem Anschlag nimmt die Polizei die drei dringend tatverdächtigen Personen fest. Sie gehören zur rechtsterroristischen „Deutschen Aktionsgruppe“, als deren Kopf Manfred Roeder ermittelt wird. 1982 wird sowohl den Tatverdächtigen als auch Roeder der Prozess gemacht. Die drei Attentäter erhalten langjährige Haftstrafen; Roeder 13 Jahre. Auch nach seiner vorzeitigen Haftentlassung (1990) blieb Manfred Roeder als Rechtsextremist auffällig und wurde mehrfach wegen Volksverhetzung und Holocaustleugnung verurteilt.

(Josef Bordat)