Zum Tode Robert Spaemanns

Robert Spaemann ist tot. Der katholische Philosoph verstarb gestern im Alter von 91 Jahren. Die „Tagespost“ würdigt Robert Spaemann mit einem ausführlichen Nachruf.

Für mich war Robert Spaemann als Moralphilosoph eine feste Größe. Er gab mir bei vielen ethischen Fragen die nötige Orientierung. Spaemann vertrat eine Ethik des umfänglichsten Lebensschutzes der Person aufgrund der Menschenwürde.

Daher sein Einsatz gegen Sterbehilfe, seine Skepsis gegenüber Humanitären Interventionen, aber auch sein Engagement gegen Atomkraft. Denn, was viele nicht wissen: Spaemann war ein entschiedener Gegner der Kernenergie.

Welchen Aspekt seines umfangreichen Werks man auch immer in den Vordergrund rückt, in einem sind sich wohl alle einig: Ein großer Denker ist von uns gegangen.

(Josef Bordat)

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Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte

Eine der schönsten Weihnachtsgeschichten, die ich kenne, stammt aus der Feder von Paul Auster: „Auggie Wrens Weihnachtsgeschichte“. Es ist eine Geschichte über Einsamkeit und Menschlichkeit, über Wahrheit und Lüge, über Liebe und Tod. Sie erschien am Ersten Weihnachtstag 1990 in der „New York Times“. Große Bekanntheit erlangte sie durch den Film „Smoke“ (1995), wo sie genial verarbeitet wird, als im letzten der fünf Erzählstränge des sehenswerten Films rund um einen Tabakwarenladen in Brooklyn der ideenlose Schriftsteller Paul Benjamin (William Hurt; „Benjamin“ ist Austers zweiter Vorname) von Ladenbesitzer Auggie (Harvey Keitel) die Geschichte, die er (angeblich) vor Jahren am Weihnachtstag erlebte, beim Mittagessen erzählt bekommt. Im Abspann wird Auggies Erzählung noch einmal in Schwarz-Weiß inszeniert, untermalt von Tom Waits’ „Innocent When You Dream“.

Erfunden oder wahr – Auggies Geschichte bewegt: Auggie verfolgt einen Ladendieb, der auf der Flucht seine Geldbörse fallen lässt. Die Familienfotos, die Auggie darin findet, rühren ihn so sehr, dass er beschließt, den Jungen am Weihnachtstag aufzusuchen, um ihm sein Portemonnaie zu bringen. Er trifft jedoch nur seine Großmutter an, die ihren Enkel erwartet. Die alte Frau ist blind und fragt den Gast, ob er ihr Enkel sei. Auggie schlüpft kurzerhand in die Rolle des Enkels und feiert mit der Großmutter des Diebs Weihnachten. Natürlich merkt sie, dass Auggie nicht ihr Enkel ist, aber sie spielt das Spiel mit, denn es macht sie glücklich. Und auch Auggie lässt sich darauf ein. Am Ende schläft die Großmutter friedlich ein. Ein paar Monate später erfährt Auggie, dass sie zwischenzeitlich verstarb. Das letzte Weihnachtsfest, das sie erlebt hat, war mit einem Fremden, der ihr Nähe gab.

Wie gesagt: Der ganze Film ist sehenswert. Paul Austers Weihnachtsgeschichte, die es mittlerweile auch als Buch gibt, hat Regisseur und Drehbuchautor Wayne Wang zu fünf bewegenden Erzählungen inspiriert, Geschichten von Menschen, die durch den Brooklyner Eckladen miteinander in Beziehung gelangen. Auster hat am Drehbuch mitgearbeitet. 1995 erhielt „Smoke“ den Silbernen Bären bei der Berlinale. Im gleichen Jahr wurde „Smoke“ mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet – als bester ausländischer Film. Wer nur den fünften Teil („Auggie“) im Original (auf Englisch) sehen will, kann dies hier tun, den Abspann gibt es hier.

(Josef Bordat)

Menschenrechte – christlich oder säkular?

Wem verdanken wir die Menschenrechte – dem Christentum oder der Aufklärung? Einige Gedanken dazu, anlässlich des heutigen 70. Jahrestags der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Man kann den Menschenrechtsdiskurs von zwei Seiten betrachten – einerseits in einer langfristigen schöpfungstheologischen und heilsgeschichtlichen Perspektive (der Mensch als Abbild Gottes und durch Christus von der Sünde erlöst, hat Würde und ist frei), andererseits in einer kurzfristigen rechtshistorischen und gesellschaftspolitischen Sicht, welche auf die Entwicklung kodifizierter Normen schaut.

Langfristig war die Triebkraft des Christentums entscheidend, damit die Idee der Menschenrechte aus dem Gedanken der geschöpflichen Würde und Freiheit des Menschen entstehen konnte. Kurzfristig hat die Kirche im 19. Jahrhundert bei der Umsetzung gebremst – aus Angst vor der eigenen Courage, denn sie fürchtete den Irrtum, dem sie keine Freiheit schenken wollte, mehr als sie das Gewissen, die Stimme Gottes im Menschen, schätzte.

Die Kirche hat kurzzeitig vergessen, dass Wahrheit nur in Liebe zu haben ist, so, wie Liebe nur in Wahrheit zählt. Daher mussten sich die Verfechter verbindlicher Kodizes nicht nur gegen die weltlichen, sondern auch die geistlichen Machthaber durchsetzen, um für ihre Vorschläge jene juridische Bindungskraft zu erringen, die das Individuum von den Institutionen Staat und Kirche emanzipierte.

Beide Sichtweisen sind von Hans Joas gut auf den Punkt gebracht worden: Einerseits gebe es diejenigen, die meinten, die Menschenrechte seien „nicht die Frucht irgendeiner religiösen Tradition, sondern vielmehr die Manifestation eines Widerstands gegen das Machtbündnis von Staat und (katholischer) Kirche oder gegen das Christentum als Ganzes“, andererseits deuteten einige Vertreter aus den Reihen „christlicher, vornehmlich katholischer Denker“ auf „langfristige religiöse und intellektuelle Traditionen“ hin, durch welche „den Menschenrechten der Weg gebahnt“ wurde, vor allem „das Verständnis der menschlichen Person, wie es aus dem Evangelium zu uns spricht“ (Die Sakralität der Person. Eine neue Genealogie der Menschenrechte. Berlin 2011, S. 16).

Man kann es vielleicht so ausdrücken: Ohne die Institution Kirche als politisch wirksamer Machtfaktor, als weltliche Repräsentation der Christenheit wäre die Menschenrechtsidee möglicherweise früher und flächendeckender umgesetzt worden, ohne Christentum hingegen wäre sie mit Sicherheit gar nicht erst entstanden.

(Josef Bordat)

Universalität und Reziprozität

Zur Geltungskraft der Menschenrechte, anlässlich des 70 Jahrestags der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte am 10. Dezember.

1. Man muss beim Recht unterscheiden zwischen Herkunft, Geltung und Anerkennung. Geltung hängt nicht von einer bestimmten weltanschaulichen oder kulturhistorischen Herkunft ab, diese kann die Einsicht in jene aber befördern – und damit die Norm auch anerkennen lassen. Dennoch: Es gibt (weitgehend) unabhängige Instanzen, die uns die Geltung verraten und uns – wenn wir ehrlich sind – zur Anerkennung zwingen, die Vernunft und das Gewissen.

Das ist nun sehr abstrakt. Konkret erfahre ich: Ein christlich begründetes Recht erkenne und befolge ich als Christ leichter als eine Regel, die mir fremd ist. Das darf aber nicht das letzte Wort sein. Auch als Christ muss ich anerkennen, dass es Entwicklungen vor anderen weltanschaulichen Hintergründen gibt, die wertvoll sind (die Kirche rät dies seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil jedem katholischen Christen ). Als Nicht-Christ wiederum darf ich die Geltung nicht von der Genese abhängig machen. Die Frage ist vielmehr: Kann man Analoges in der eigene religiösen und kulturellen Tradition entdecken und damit die Regel einbinden in die eigene Weltanschauung und Handlungspraxis? Das kann durchaus gelingen.

2. Materialiter, indem man die Inhalte der Regel in die eigene Tradition überführt. In der Bibel steht zum Beispiel nichts darüber, welche Kleidung man tragen soll, ob man besser mit dem Fahrrad zum Briefkasten fährt (statt mit dem Auto), dass man von Frankfurt nach Köln nicht unbedingt den Billigflieger nehmen sollte, wie man mit Lebensmitteln umgeht, deren Mindesthaltbarkeitsdatum schon abgelaufen ist, die aber noch genießbar sind. Aber es steht etwas von „Schöpfung“ in der Bibel und von der Herrschaft des Menschen. Und darüber, dass der Herrscher „Diener aller“ sein soll. Wenn man also eins und eins zusammenzählt, ergibt sich die Möglichkeit, Forderungen einer säkularen Umweltbewegung in die christliche Tradition einzubetten.

Formaliter, indem man Rechte auf ein unmittelbar einleuchtendes Prinzip zurückführt: die Allgemeinheit ihrer Wirkung (Universalität). Wenn Rechte nur in Ausnahmen gelten sollen, muss das gesagt werden und auch begründet sein (die Straßenverkehrsordnung gilt zum Beispiel nicht für alle, sondern nur für Verkehrsteilnehmer – aus naheliegendem Grund). Die Menschenrechte gelten „allgemein“, also immer. Es gibt keine Situation, in der sie unerheblich sind. Wenn ich zuhause im Sessel sitze, kann mir egal sein, wer an einer unbeschilderten Kreuzung Vorfahrt hat. Aber es kann mit nicht egal sein, ob ich ein Recht habe, zu leben, denn „im Sessel sitzen“ ist eine Ausdrucksform von „leben“. Bei den Menschenrechten kommt ein zweites, ebenso einleuchtendes Prinzip hinzu: die Gegenseitigkeit ihrer Anerkennung (Reziprozität). Ich kann die Geltung der Menschenrechte nicht für mich allein anerkennen, sondern erkenne sie immer auch für alle anderen Menschen an (insoweit in der Norm eine entsprechende Formulierung gewählt wird).

Formulierung der Art „Alle Menschen…“, „Jeder Mensch…“ oder „Niemand…“ in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) der Vereinten Nationen vom 10. Dezember 1948 heben den Anspruch auf allgemeine, universale Geltung und gegenseitige Anerkennung hervor. Die Betonung in der Formulierung „Alle Menschen…“ liegt dabei auf dem Wort alle. Es soll ein Recht für alle Menschen sein, unabhängig von ihrem Aufenthaltsort oder ihrem Glauben, ihrer Weltanschauung oder ihrem Geschlecht. Des weiteren impliziert der Menschenrechtsbegriff die starke Position des Individuums, denn schließlich soll das Menschenrecht für alle Menschen gelten und nicht für Kommunitäten oder Kollektive, für die Tiere oder die Umwelt und auch nicht für eine unbestimmte „Menschheit“. Es ist der einzelne Mensch Adressat der Menschenrechte.

3. Also, zwei Gedanken: 1. Wenn ich eines der Menschenrechte in seiner Geltung für alle ablehne, kann ich es, als Mensch, auch nicht mehr in Anspruch nehmen. 2. Gegenseitige Anerkennung macht die Geltung der Menschenrechte allgemein. Universalität und Reziprozität hängen also ganz eng zusammen. Dabei ist die Reziprozität selbst ein universales Prinzip, nicht nur in der Wunschvorstellung einer abgehobenen Ethik, sondern in allen Kulturen und Religionen, erkennbar an der Goldenen Regel, die eingedenk ihrer weltweiten Verbreitung als „sittliche Grundformel der Menschheit“ (Hans Reiner) betrachtet werden kann. Damit ist sie mit ihrer Ermahnung zu gegenseitiger Rücksicht noch nicht Teil der Alltagsmoral (das wäre zu schön), aber immerhin ist sie als Norm global bekannt und anerkannt. „Was du nicht willst, das man dir tu‘, das füg‘ auch keinem andern zu!“, lernt jeder Kind. Und sieht es auch ein (selbst, wenn es ihm nicht immer gelingt, auch danach zu handeln). Daraus lässt sich ein Verständnis für die Notwendigkeit der gegenseitigen Anerkennung von elementaren Rechten ableiten. Wer möchte schon gerne getötet, gefoltert oder grundlos eingesperrt werden? Wer möchte gerne zu einem religiösen Glauben, einem bestimmten Beruf oder einer politischen Meinung gezwungen werden?

Diese Reziprozitätserwägung reicht aber immer noch nicht, die Universalität zu erweisen. Schließlich könnte es ja Unterschiede zwischen den Menschen geben, die zu beachten sind, ganz im Sinne der berühmten Fabel Lafontaines, in der ein Fuchs einen Storch zur Suppe einlädt, der Storch mit seinem langen Schnabel „kein Bißchen in den Magen bekam“ und der Storch dem Fuchs Fleischstücke „in Krügen eingepreßt“ serviert, in „langhalsigen und engen“. Dieses Problem der „Präferenzdifferenzen“ sprengt die unmittelbare Übertragung der eigenen Vorstellung auf Andere, beschädigt aber nicht den Wert der Reziprozität, wenn diese ernst gemeint ist und danach schaut, wie der mit all seinen Eigenschaften behandelt werden möchte. Richard M. Hare schlägt dazu eine modifiziert-partikuläre Lesart der Goldenen Regel für solche Fälle von Ungleichheit vor. Es komme, so Hare, darauf an, sich in den Anderen hineinzuversetzen und sich vorzustellen, wie es wäre, bestimmte Eigenschaften des Anderen zu haben oder eigene Eigenschaften nicht zu haben und wie dann zu handeln wäre. Der Fuchs müsste sich im Rahmen eines solchen Einfühlungsaktes also vorstellen, wie er die Suppe gerne vorgesetzt bekäme, wenn er – wie der Storch – einen langen Schnabel hätte, der Storch, wie er – als schnabelloser Fuchs – gerne seinen Braten serviert bekäme. Somit ist eine Gleichförmigkeit der menschlichen Natur nicht Voraussetzung. Das Faktum des Kulturpluralismus hemmt also nicht die Anwendbarkeit der Goldenen Regel, wenn man bereit ist, diesen Einfühlungsakt zu vollziehen.

4. In der Praxis der Menschenrechtsentwicklung werden vor allem zwei Einwände gegen den Universalitätsanspruch erhoben: 1. Das typisch westliche Rechtsverständnis, das auf die Autonomie und die individuelle Freiheit fokussiert, sei auf gemeinschaftlich organisierte Stammeskulturen nicht anwendbar. 2. Der Freiheits- und Autonomieduktus der Menschenrechte in ihrer vom Westen proklamierten Form hemme den Entwicklungsprozess. Wirtschaftliche Entwicklung habe Vorrang vor einer strikten Einhaltung der Menschenrechte. Was ist dazu zu sagen?

Zum einen: Der Vorwurf des „ethischen Chauvinismus“ greift zu kurz, weil die Tatsache, dass sich der Gedanke der Menschenrechte einer spezifischen religiösen und philosophischen Tradition verdankt – was der Fall ist –, keinen Einwand gegen die Universalität darstellt, denn hier würde Geltung an Genesis gebunden, was oben ja bereits als unzulässig verworfen wurde. Wir müssen und wir können voneinander lernen. Ohne die arabischen Zahlen hätte es im Europa des Mittelalters keinen rasanten Aufschwung im Bereich der Naturwissenschaften gegeben, ohne Menschenrechte abendländischer Provenienz wird es in der arabischen Welt keinen Fortschritt in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft geben. So wie der Okzident sich die Errungenschaften des Orient zunutze machte, so sollte der Orient nun die Notwendigkeit einer Integration okzidentaler Weltanschauung in seine Gesellschaft einsehen. Es geht nicht um eine Monokultur, um Uniformierung im Sinne eines einheitlichen westlichen Lebensstils. es geht um Fortschritt durch Menschenrechte, um die behutsame Einbettung eines okzidentalen Menschenrechtsduktus in bestehende religiöse und kulturelle Traditionen.

Ferner müssen – auch das hatte ich oben schon angesprochen – die Menschenrechte individuell gelten, schließlich handelt es sich um Menschenrechte und nicht um Rechte bestimmter Kommunitäten wie Familien oder andere Menschengruppen. Es geht ja im Zweifel gerade darum, die Fremdbestimmung Dritter – auch innerhalb von Gruppen – zu limitieren. Freiheit und autonome Individualität des Familienmitglieds verschafft dann auch innerhalb der Familie eine Gültigkeit von elementaren Menschenrechten, u.U. sogar als Abwehrrechte gegen andere Familienmitglieder.

Zum anderen: Die Wirtschaft ist kein Selbstzweck – sie dient dem Menschen. Wer also wirtschaftlich tätig wird, muss den Menschen in den Mittelpunkt stellen. Wirtschaftliche Entwicklung darf nicht auf dem Rücken der Menschen stattfinden. Keine Generation darf zugunsten kommender Generationen „geopfert“ werden, auch nicht, wenn damit „Fortschritt“ einhergeht. Allerdings müssen die sozialen Probleme der Entwicklungs- und Schwellenländer ins Zentrum des Menschenrechtsdiskurses rücken, denn liberale und soziale Rechte gehören untrennbar zusammen. Das bedeutet aber nicht, dass man Freiheit gegen Gleichheit ausspielen darf bzw. umgekehrt. Bei Konflikten hat immer der konkrete Mensch mit seinen Bedürfnissen Vorrang – und daher wiegt die Gewährleistung elementare Rechte wie das Lebensrecht am schwersten.

(Josef Bordat)

Pilates

Manch einer kennt das: Gelitten unter Pilates. Heute vor 135 Jahren, am 9. Dezember 1883, wurde der Mann im niederrheinischen Mönchengladbach geboren, der uns die Übungen eingebrockt hat: Joseph Hubertus Pilates.

Pilates emigrierte 1912 zunächst nach England, wurde während des Ersten Weltkriegs interniert und entwickelte in der Haft sein systematisches Körpertraining zur Kräftigung der Muskulatur, das ganz ohne Hanteln und Maschinen auskommt.

1926 ging er in die USA und entwickelte dort seine Trainingsmethode weiter, arbeitete mit Schauspielern, Tänzern und Sportler (u.a. wohl auch kurz mit Max Schmeling).

Nach seinem Tod (1967) wurde die Pilates-Methode von seinen Schülern in eigens dafür errichteten Studios angewandt. Heute gibt es wohl kein Fitnesscenter und keine Physiotherapiepraxis mehr ohne Pilates-Kurse und Pilates-Übungen.

Es bringt ja auch was. Man bewegt sich nicht viel, kommt aber trotzdem ins Schwitzen. Einfach mal ausprobieren. Auch, wenn es ziemlich anstrengend ist.

(Josef Bordat)

Über Maria

Kaum ein Mensch hat die Kunst und Literatur so sehr inspiriert wie Maria.

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Wie ein Stern den anderen an Helligkeit übertrifft, so übertrifft die Geburt der allerseligsten Jungfrau die Geburt aller Heiligen, denn bereits im Schoß ihrer Mutter wurde sie mit der heiligmachenden Gnade ausgestattet.

Antonius von Padua

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Ich sehe dich in tausend Bildern,
Maria, lieblich ausgedrückt,
Doch keins von allen kann dich schildern,
Wie meine Seele dich erblickt.

Ich weiß nur, daß der Welt Getümmel
Seitdem mir wie ein Traum verweht,
Und ein unnennbar süßer Himmel
Mir ewig im Gemüte steht.

Novalis (Georg Philipp Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg), aus: Geistliche Lieder.

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Ich glaube, daß er mir geboren ist, von der reinen Jungfrauen Marien, ohn allen Schaden ihrer leiblichen und geistlichen Jungfrauschaft, auf daß er nach Ordnung väterlicher Barmherzigkeit meine sündliche und verdammte Geburt, und aller seiner Gläubigen, gebenedeyet, unschädlich und rein machete.

Martin Luther, aus: Kurze Form die zehen Gebote, Glauben und Vater Unser zu betrachten.

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Um die Gottesmutter und ihre Bedeutung im Christentum katholischer Prägung geht es auch hier.

Einen Schönen Feiertag!

(Josef Bordat)

Logik, nicht Leibfeindlichkeit

Heute – genau neun Monate vor dem Fest Mariä Geburt – feiert die Kirche das Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria, kurz: Mariä Empfängnis, im Volksmund fatalerweise auch „unbefleckte Empfängnis“ genannt.

Fatal ist das deshalb, weil es der allgemeinen Desinformation zu Glaubensfragen in die Karten spielt. So meinen denn auch prompt einige, die Kirche nenne Marias Empfängnis vom Heiligen Geist „unbefleckt“ und halte dann wohl umgekehrt einen normalen Geschlechtsakt für „befleckt“, also „sündhaft“ .

Gemeint ist mit der „unbefleckten Empfängnis“ aber nicht, dass Maria ohne Sex schwanger wurde, sondern dass sie ohne Sünde geboren wurde. Deswegen heißt es auch „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“, nicht „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenden Jungfrau und Gottesmutter Maria“.

Warum aber wiederum dies: „ohne Erbsünde empfangen“? Warum sagt die Kirche, Maria sei frei von Schuld? Der Gedanke ist folgender: Wenn Jesus auch als Mensch frei von Sünde war, dann brauchte Er in Seinem Wachsen und Werden als Mensch eine Umgebung, die ebenfalls frei war von Sünde.

Also: Es geht heute um Logik, nicht um Leibfeindlichkeit.

(Josef Bordat)